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„Wir konnten schon vielen Kindern helfen!“

Interview mit Wiltrud Wystrychowski (47), Leiterin des Psychologischen Dienstes für Ausländer der Caritas

Wiltrud Wystrychowski ist Diplom-Psychlogin. Seit über drei Jahren arbeitet die Mutter von drei Kindern beim Caritas-Zentrum München Innenstadt. Als Einrichtungsleiterin des Psychologisches Dienstes für Ausländer setzt sich die 47-Jährige vor allem für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ein. Ihr zweiter Kompetenzbereich ist die Arbeit mit psychisch Kranken.

Wiltrud Wystrychowski

Wiltrud Wystrychowski

Wie kamen Sie auf die Idee, das Projekt „Pizza sociale“ ins Leben zu rufen?

Die Caritas hat eine lange Spendentradition. Soziale Einrichtungen benötigen zusätzliche finanzielle Mittel. Besonders dann, wenn sie neue Projekte, wie „Fit für die Schule“, durchführen wollen. Die Ursprünge von „Pizza sociale“ basieren auf der Idee, dass Ausländer Ausländern über Spenden helfen sollten.

Und dann?

Stellten wir fest, dass die Idee aus eigenen Ressourcen nicht zu verwirklichen war. Zudem kam über Spenden zu wenig Gelder zusammen, so dass wir einen Weg finden mussten, neue Geldquellen zu erschließen. Wir wandten uns an die Münchner Journalistenakademie Dr. Hooffacker, die für uns die PR-Arbeit übernahm. Das war die Geburtsstunde von „Pizza sociale“. Also die Hilfe für Menschen mit Migrationshintergrund.

Migration ist ein gutes Stichwort. Was ist das Besondere an der Arbeit der Caritas mit Migranten und deren Kindern?

Zunächst möchte ich betonen, dass München einen prozentual höheren Ausländeranteil als Berlin hat. Dennoch gibt es in unserer Stadt nur zwei psychologische Dienste für Ausländer. In Bereichen der sozialpsychiatrischen Angebote steckt die interkulturelle Öffnung noch in den Kinderschuhen. Da existieren Versorgungsengpässe. Das Besondere an unserem Angebot besteht darin, dass der psychologische Dienst für Ausländer muttersprachlich und kultursensibel berät.

Das heißt?

Dass unsere Mitarbeiter selbst einen Migrationshintergrund haben und dadurch einen ganz anderen Zugang zu ihren Klienten.

„Pizza sociale“ - wie kamen Sie auf den Namen?

Der Name lag auf der Hand. Italien ist nicht weit entfernt, in München leben sehr viele Italiener und Pizza ist von deutschen Tellern nicht mehr wegzudenken.

War „Pizza sociale“ 2006 ein großer Erfolg?

Wir haben damals mehr als 5000 Euro eingenommen und konnten 25 Kindern und ihren Eltern helfen. Also insgesamt gut 60 Personen. Für uns ist es wichtig, qualitativ hochwertige Hilfe anzubieten.

Was bedeutet das?

In der Maßnahme „Fit für die Schule“ absolvierten die Kinder zehn Trainingseinheiten à 90 Minuten. Dazu gab es drei begleitende Elternabende und auf Wunsch auch Einzeltermine. Entscheidend war, Eltern und Kindern gemeinsam zu helfen. Denn das deutsche Schulsystem ist darauf ausgerichtet, dass Eltern ihre Kinder von Anfang an unterstützen.

Bestehen noch Kontakte zu diesen Familien?

Wir hatten in unseren Kursen viele Kinder, die damals große Schwierigkeiten in der Schule hatten. Inzwischen besuchen einige das Gymnasium und auch die Eltern kommen mit dem deutschen Schulsystem viel besser zu recht.

Das klingt alles sehr positiv. Warum haben Sie „Pizza sociale“ nicht auch 2007 initiiert?

Das wollten wir. Angedacht war, das Projekt „Pizza sociale“ mittels einer Werbeagentur weiter zu vergrößern. Das hatte zur Konsequenz, dass die Mehrkosten erwirtschaftet werden mussten. Die Agentur schlug vor, dass sich die Pizzerien ihre Teilnahme erkaufen sollten. Diese Idee ließ sich nicht umsetzen, das Projekt scheiterte.

Was haben Sie für Erwartungen an „Pizza sociale“ 2008?

Nach den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr möchte ich keine Prognosen abgeben. Allerdings bin ich sehr zuversichtlich, weil die Pizzerien zu hundert Prozent hinter der Aktion stehen. Ich hoffe, dass wir wieder einigen Kindern und ihren Familien helfen können.


 
 
 
 Interview von Matthias Falke und Stefanie Schmidt
 

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