Das Logo

Pressemappe

Presse Podiumsgäste Interviews Fotos Material Pressespiegel

Interview mit Bernd Sibler (MdL)

Vorsitzender des Landtagsausschusses Hochschule, Forschung und Kultur

Herr Sibler, Sie sind der Vorsitzende des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur im Landtag. Welche Möglichkeiten hat der bayerische Landtag die Medienkompetenz der Kinder zu fördern?

Es ist der Kunst des Ausschusses überlassen, eigene Akzente zu setzen. Denn wenn sich die Jugendphase verändert hat, dann vor allem im medialen Bereich. Diese Mechanismen funktionieren, auch bei kleinen Kindern. Um sie medienkompetenter zu machen, ist Medienerziehung ein ganz wichtiger Punkt. Das heißt, wir müssen das Thema auf die Tagesordnung des Ausschusses und des gesellschaftlichen Diskurses setzen. Wir wollen solche veränderten Jugendphasen mehr in das Bewusstsein der Eltern bekommen, weil die Beschäftigung mit Computer, Computerspielen oder Fernsehen dazu gehört. Man muss auch hier – mehr als früher – den Umgang wirklich richtig gut erlernen, weil viele offensichtliche und wahrscheinlich noch mehr versteckte Gefahren in diesem Bereich lauern.

Jetzt ist der Kinderschutzbund (KSB) Bayern mit diesen Medienkompetenzkursen bundesweit Vorreiter. Sie haben gerade gesagt, dass der Ausschuss auf die Medienerziehung wert legt. Was halten Sie von den Kursen des Kinderschutzbundes?

Ich finde es großartig, dass gerade der Kinderschutzbund eine solche Initiative startet, weil er ganz andere Personenkreise erreichen kann als staatliche Institutionen. Gerade in diesen Themenbereichen gibt es immer wieder in bestimmten gesellschaftlichen Gruppen Hemmschwellen, oder es fehlt das Bewusstsein. Konzeptionell sind die Kurse sehr gut gelungen, so dass ich mir eine ganze Menge erwarte und erhoffe.

Zielgruppen sind unter anderem Schulen, die auch der Kinderschutzbund ansprechen möchte. Kann man da von politischer Seite Unterstützung bieten?

Im letzten Jahr als Staatssekretär im Kultusministerium habe ich eine eigene Qualifizierungskampagne für Lehrerinnen und Lehrer auf den Weg gebracht Das Feld Schule ist aufgestellt. Wenn man noch einmal Unterstützung braucht, um Türen zu öffnen, bin ich da gerne mit dabei.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es grundsätzlich für Medienkompetenzkurse?

Es gibt den Kulturfonds, der beim Kultusministerium angesiedelt ist und der hier auch genutzt wird. Aber die Frage der Anschlussfinanzierung stellt sich noch nicht, sondern man darf mit diesen Kulturfondsmitteln erste Erfahrungen sammeln. Wenn sich die Kurse bewähren, werden sich weitere Fördermöglichkeiten finden.

Sie waren zwei Jahre lang Vorsitzender der Enquetekommission „Jungsein in Bayern“. Im Abschlussbericht heißt es, dass Kooperationspartner in der Medienerziehung mitwirken sollen.

Schulhöfe sind Ereignisorte für neue mediale Entwicklungen. Das Happy Slapping, verbreitet über das Handy, ist ein Negativbeispiel. Man muss aufpassen, dass man diese Medien nicht immer nur negativ darstellt, sondern dass Internet oder Fernsehen auch positive Informationsquellen und nicht nur Berieselungsinstrumentarien sind. Da gibt es an den Schulen eine Menge zu tun und es gibt Möglichkeiten mit Kooperationspartnern wie dem Kinderschutzbund, die dann mit Elterngesprächen diese Arbeit machen.

Sie haben selbst zwei Kinder. Wie gehen Sie zuhause mit Medien um?

Die beiden sitzen leidenschaftlich gern vor der Kiste. Aber es ist natürlich auch so, dass man nicht die Fernbedienung abgibt und sie einfach wild durchzappen lässt, sondern da suchen meine Frau und ich schon aus. Es wird auf Zeiten geachtet und darauf, dass auch anderes getan wird. Eines haben wir fest ausgemacht: Sie kriegen keinen eigenen Fernseher zur Erstkommunion. Es geht halt darum, dass man auch in der Familie Medien bewusst stattfinden lässt, denn sie müssen den Umgang mit Medien auch lernen. Die unterschiedlichen Erfahrungen in der Schule haben schon eine unheimlich große Katalysatorwirkung. Und ich kann ein Geheimnis verraten: Es klappt natürlich auch bei uns zuhause nicht so, wie man es sich im Idealfall vorstellt.


 
 Das Interview führten Marlis Oberauer und Susanna Cekic.