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Drei Fragen an Thomas Günter

Einer Ihrer Schwerpunkte bei jugendschutz.net ist der Kampf gegen jugendgefährdende rechtsextreme Inhalte im Internet. Aus welchen persönlichen Beweggründen sind Sie zu diesem Engagement gekommen?

Thomas Günter: Zum einen hat mich der Bereich Rechtsextremismus schon immer interessiert, zum anderen war es eine berufliche Perspektive nach dem Jurastudium. Noch dazu kannte ich bereits Leute, die in dem Bereich tätig waren. Persönliche Erfahrungen waren nicht im Spiel, der Weg in dieses Themenfeld führte eindeutig über das politische Interesse.

Wo sehen Sie beim Thema Rechtsextremismus und Internet den größten Handlungsbedarf?

Thomas Günter: Großen Handlungsbedarf sehe ich vor allem im Bereich Web2.0. Hier haben wir es mit Plattformen zu tun, die für Jugendliche extrem interessant sind und die gerade von Kindern und Jugendlichen sehr stark genutzt werden. Rechtsextreme haben die Möglichkeit, über diese Plattformen relativ schnell mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen und sie für ihre Szene zu gewinnen.

Mit Blick auf die Zukunft: Welche neuen Möglichkeiten zeichnen sich ab oder welche Möglichkeiten müsste es geben, um sich gegen die subtile Einflussnahme der „Neuen Rechten“ zur Wehr zu setzen?

Thomas Günter: Vor allem von Seiten der Web2.0-Betreiber muss mehr getan und verstärkt gegengesteuert werden. Bisher fehlen noch Konzepte, wie dauerhaft strafbare Inhalte ausgeschlossen werden können. Auch international muss die Zusammenarbeit verbessert werden. Hier ist zwar jugendschutz.net mit Netzwerken wie INACH (International Network Against Cyber Hate) gut aufgestellt. Langfristig kann aber nur etwas gelingen, wenn es gemeinsame gesetzliche Bestrebungen zumindest auf EU-Ebene gibt, um einen einheitlichen Rechtsrahmen zu schaffen. Wichtig ist auch der Bereich Medienpädagogik. Es ist extrem wichtig, eine stärkere Aufklärung zu betreiben. Kinder und Jugendliche müssen für Gefahren sensibilisiert werden, und sie brauchen medienpädagogische Hilfestellungen gegen rechtsextreme Hetze.

Von Claudia Stolz