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Drei Fragen an Alexander Klimke

Sie engagieren sich sehr stark in Wikipedia und legen Ihren Schwerpunkt dort auf Artikel, die sich mit gesellschaftlich brisanten oder politischen Themen auseinandersetzen. Das Thema Rechtsextremismus lässt sich ja beidem zuordnen. Aus welchen persönlichen Beweggründen sind Sie zu diesem Engagement gekommen?

Alexander Klimke: Das Engagement im politischen Bereich entspringt meinem persönlichen Interesse. Innerhalb dieses Interesses kristallisierte sich sehr schnell heraus, wo am meisten Handlungsbedarf besteht. In den brisanten Bereichen, in denen es, wie beispielsweise beim Rechtsextremismus, um Manipulation geht, ist es besonders wichtig, dass kompetente Leute gegensteuern.

Wo sehen Sie beim Thema Rechtsextremismus und Internet den größten Handlungsbedarf?

Alexander Klimke: Grundsätzlich besteht bei Themen wie dem Rechtsextremismus deshalb Handlungsbedarf, weil es sich hier nicht um Teilgebiete handelt, innerhalb derer nur wenige Menschen Sachverhalte verzerrt darstellen. Im Gegenteil, hier sind viele manipulativ tätige Menschen mit einer speziellen Ideologie am Werk, die in der Lage sind, einen gewaltigen Impact auszulösen.
 Das Internet im Speziellen ist für die rechte Szene deshalb so interessant, weil die Verbreitung diversen rechtsextremen Gedankengutes in Deutschland gesetzlich verboten ist, zum Beispiel als Volksverhetzung. Damit scheidet für die Rechtsextremen die Nutzung herkömmlicher Medien aus. Für sie ist das Internet als Medium ohne Sanktionen besonders interessant. Dem Zugriff deutscher Behörden entgehen sie, indem sie beispielsweise ausländische Server benutzen. Diesen Zusammenhängen muss man besondere Bedeutung beimessen.
 

Mit Blick auf die Zukunft: Welche neuen Möglichkeiten zeichnen sich ab oder welche Möglichkeiten müsste es geben, um sich gegen die subtile Einflussnahme der „Neuen Rechten“ zur Wehr zu setzen?

Alexander Klimke: Es ist ein Irrglaube zu meinen, durch Repressionen und Gesetzesänderungen wäre eine Einflussnahme der rechten Szene im Internet vollständig zu verhindern, vergleichbar dem jahrzehntelangen Kampf gegen den Drogenhandel. Hier besteht vielmehr ein Bildungsauftrag. Die Internetnutzer müssen im Umgang mit dem Internet sensibilisiert und aufgeklärt werden.

Von Claudia Stolz