Graphik des alternativen medienpreises

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Handwerk und Ideen

Seit 1998 produziert Malte Burdekat Fernsehdokumentationen, Industrie- und Imagefilme. Im Interview spricht er über seine Jurytätigkeit beim Alternativen Medienpreis

Herr Burdekat, können Sie kurz den Ablaufplan der Videoauswahl für den Alternativen Medienpreis skizzieren?
 Es gab eine Vorjury, die aus den 20 eingesendeten Videos die acht besten auswählten. Diese gingen dann an die eigentliche Jury. Die drei Juroren kümmerten sich daraufhin unabhängig um die Bewertung der Filme. Für Herrn Lokk war es schließlich die organisatorische Herausforderung, die Juryäußerungen koordiniert zu bekommen.
 
 Achten Sie beim Alternativen Medienpreis besonders darauf, dass in den Beiträgen Themen wie die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus behandelt werden?
 Für mich zählt einfach, dass man dranbleibt. Im Kino nenne ich das den „Popcorntest“. Wenn ich mir einen Eimer gekauft habe und der ist nach dem Film immer noch voll, ist das ein Beleg dafür, dass er gut gewesen ist. Bei den Alternativmedien ist das Thema aber schon sehr wichtig. Denn hier werden Inhalte vermittelt, die woanders untergehen. Dank der digitalen Möglichkeiten kann man sie glücklicherweise heutzutage viel leichter produzieren.
 
 Sie sind an vielen verschiedenen Projekten beteiligt und feilen auch noch an ihrer Doktorarbeit. Wie finden Sie da noch Zeit für ihre Jurytätigkeit?
 Man könnte über mich sagen: Macht alles, aber nichts richtig. Ich habe es aber als Ehre empfunden, dass ich hier zum ersten Mal als Jurymitglied tätig werden darf. Alternative Medien sind ein in Bayern relativ unterrepräsentierter Bereich. Denn in fast allen anderen Bundesländern existieren seit längerem offene Kanäle, also so genanntes Nachbarschaftsfernsehen. Damit kann fast jeder nach einer kleinen Einführung eigenes Fernsehen machen, was zu spannenden Ergebnissen führt.
 
 Und dieses Prinzip ist in Bayern wenig verbreitet?
 Das kann man mit dem Schülerzeitungssyndrom vergleichen. Wir sind das einzige Bundesland, wo Schülerzeitungen von Rektoren zensiert werden. Die Kultur der Alternativmedien hat hier noch ein bisschen Nachholbedarf, aber am Beispiel von Radio Z in Nürnberg sieht man, dass es doch geht. Das sind aber alles Journalisten, die erstmal kämpfen müssen, um ihre Ziele zu verwirklichen.
 
 Haben Beiträge, die technisch nicht hochklassig sind, aber inhaltlich überzeugen überhaupt eine Chance beim Alternativen Medienpreis?
 Genau aus diesem Grund kämpfe ich – auch in meiner Arbeit für die Journalistenakademie – vehement dafür, dass man sein Handwerkszeug beherrscht. Mit welcher Kamera ist vollkommen egal. Wir leiden im Videobereich aber immer noch darunter, dass Software allgemein verfügbar war. Da dachten viele Leute, sie sind plötzlich Steven Spielberg, nur weil sie das Equipment dafür hatten. Es kristallisieren sich aus der Masse an Filmemachern immer die Menschen heraus, die ein Gefühl für Bilder und eine Geschichte haben. Die wissen, was ein Goldener Schnitt und ein Achsensprung bedeutet, und wie man richtig Interviews führt. Diese kleinen Bausteine werden in Zeiten von Videoportalen und einem sich ständig verändernden Berufsbild immer wichtiger.
 
 
 
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