Graphik des alternativen medienpreises

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Alternativer Medienpreis 2009 – Laudatio Print 'Amalgam-Kontroverse'

Kann es das wirklich geben? Da schreibt einer über einen Streit, der seit 175 Jahren tobt. Über ein Thema also, das seit jenem Jahr die Gemüter erhitzt, in dem das britische Empire die Sklaverei abgeschafft hat. Und trotzdem bekommt er im Jahr 2009 einen „Alternativen Medienpreis“? Es geht, wenn der Autor Torsten Engelbrecht und das Thema „Quecksilber im Mund“ heißt. Sein Report „Was steckt hinter der Amalgam-Kontroverse?“, erschienen in der September- Ausgabe 2008 der Zeitschrift „Natur & Heilen“, wird mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. In den naiven Momenten unseres Daseins stellen wir uns das doch so schön vor.
 
 Eine Armada idealistischer Mediziner und eine Gruppe menschenfreundlicher Konzerne kämpft Tag und Nacht nur für eines: unser aller Wohl. So scheint das auch beim Amalgam zu sein. Man kriegt eine Zahnfüllung, die auch der zittrigste Alt-Dentist noch so hinbekommt, dass sie beinahe für eine Leben hält. Preisgünstig ist sie obendrein – was allen Beitragszahlern hilft. Aber eigentlich ist uns klar, dass das nicht so ist. Warum sonst würde unser Hausarzt den Blutdruck messen, nachdem wir uns einen Zehennagel eingeklemmt haben? Dann merken wir: Die am Gesundheitswesen Beteiligten wollen tatsächlich unser Bestes - unser Geld.
 
 Torsten Engelbrecht führt den Nachweis für diese unerfreuliche Einschätzung. Wer seinen Report gelesen hat, kommt zur Auffassung, dass den Zahnarztverbänden eine lukrative Nutzung der Amalgam-Patente wichtiger ist, als das gesicherte Wohl ihrer Patienten. Der Leser/die Leserin erfährt, dass sich Ärzte als angeblich unabhängige Gutachter an Studien beteiligen, obwohl sie ziemlich offensichtlich in Interessenskonflikten gegenüber Geldgebern stecken. Als Leser wird man sich auch fragen, wie es überhaupt sein kann, dass ein medizinisches Verfahren erlaubt bleibt, obwohl es daran so viele schlüssige Zweifel gibt.
 
 Zum Träger des „Alternativen Medienpreises“ wird Torsten Engelbrecht aber erst recht, weil in seinem Report auch eine gute Portion Medienkritik steckt. Er zeigt auf, dass selbst die respektiertesten Qualitätszeitungen vorschnell gefällige Schlagzeilen formulieren. Beim Thema Amalgam über eine Studie, deren komplette Ergebnisse noch gar nicht vorliegen. Es sind Fehlleistungen von meinungsbildenden Medien, deren Urteil die schwach besetzten Redaktionen bekanntlich gerne übernehmen. Unser Preisträger schwimmt überzeugend gegen den Strom. Er stellt die bereits veröffentlichten Berichte und Schlagzeilen in bester journalistischer Manier in Frage und geht in der Recherche seinen eigenen Weg. Es müsste demnach ganz in seinem Sinne sein, wenn ich hiermit ausdrücklich feststelle, dass ich nicht weiß, ob Torsten Engelbrecht richtig liegt. Ich müsste alles ja selber nachprüfen. Aber sein Report wirkt durch und durch schlüssig.
 
 „Was steckt hinter der Amalgam-Kontroverse?“ hat die gesamte Jury überzeugt. Diese Laudatio halten zu dürfen, war mir eine große Freude.
 
 Klaus Schrage
 
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