NeNA-LogoVerzierungLogo der Caritas
Start/Kontakt/Impressum
Pressemitteilung Podiumsteilnehmer Interviews Hintergrund Fotos

Ich wollte verstehen, was zwischen mir und meinem Arbeitgeber passiert.

Foto: Friederike Winkler

Foto: Friederike Winkler

Frau Stegemann ist geprüfte Orchestermusikerin, Musikpädagogin und Instrumentallehrerin.
 
  Sie absolvierte eine Ausbildung am Konservatorium in Pilsen, an der Musikakademie in Prag und an der Musikhochschule in München, sowie ein Aufbaustudium am Mozarteum in Salzburg. Sie arbeitet derzeit am Abschluss ihrer Doktorarbeit. Seit 25 Jahren ist sie als Orchesterlehrerin und Musiklehrerin tätig. Frau Stegemann ist verheiratet und hat vier Kinder.
 

Welche Situation hat bei Ihnen dazu geführt, sich coachen zu lassen?

Ich war an einer neugegründeten privaten Gesamtschule drei Jahre als Musiklehrerin tätig. Vor eineinhalb Jahren wurde die Situation immer schwieriger. Unsere Gehälter gekürzt und die Unterrichtsstunden bei manchen Kollegen zurückgestuft. Da ich an der Schule gerne gearbeitet habe und bei den Schülern, Eltern und Kollegen beliebt war, habe ich versucht meine Kollegen in schutz zu nehmen und die Probleme mit der Schulleitung direkt zu lösen. Nachdem das nicht möglich war, wollte ich einen Betriebsrat gründen. Danach wurde nach und nach auch mein Deputat gekürzt – von meiner Vollzeitstelle blieben zuletzt nur noch acht Wochenstunden übrig. Ich erhielt eine Änderungskündigung aus betriebsbedingten Gründen, gegen die ich mit Hilfe eines Anwalts gewehrt habe. Daraufhin erhielt ich eine fristlose Kündigung, die sich aber vor Gericht als gegenstandslos erwies.

Wie sind Sie mit diesen zunehmenden Schwierigkeiten umgegangen?

Die Verunsicherung wuchs. Ich war seit 25 Jahren im Beruf und hatte viele Erfolge vorzuweisen, hatte Schüler, die an Wettbewerben teilgenommen haben. Mein Verhältnis zu meinen Kollegen war immer gut. So eine Enttäuschung hatte ich all die Jahre noch nie erlebt. Man knüpft ja Vorstellungen und Wünsche an seine Vollzeitstelle und dann bricht alles zusammen. Die nun entstandene Situation überforderte mich.

Wie sind Sie dann auf NeNA gekommen?

Zu Frau Golombowski und NeNA kam ich auf Empfehlung einer Kollegin. Damals habe ich mich einfach informieren wollen, und ich wollte verstehen, was zwischen mir und meinem Arbeitgeber passiert.

Wie war das Erstgespräch?

Ich konnte mich öffnen, einfach mal erzählen. Schon das hat mir eine ganze Menge gebracht. Kollegen, Familie, der Mann sind ja schon genug belastet. Das Erstgespräch dauerte etwa drei Stunden. Es ging gar nicht um meine beruflichen Qualifikationen, es wurde vielmehr geklärt, welche Reserven ich habe, wo meine Stärken liegen, wo meine Schwächen. Am Anfang der Unterhaltung stand bei mir das Gefühl im Raum ‚verkrafte ich diese Gespräche, das Ganze überhaupt?‘ Dann aber habe ich gemerkt, dass diese Gespräche auch eine ganze Menge Last wegnehmen.

Wie ging es dann weiter?

Nach einer Woche hatte ich meinen ersten Termin bei Frau Brück, meinem Coach. Sie hat mich Zuhause besucht. Dabei klärte sie mit mir, in welche Richtung das Coaching gehen soll. Soll die Vergangenheit bewältigt oder die derzeitige Situation unter die Lupe genommen werden? Für mich steht die Zukunft zwar im Vordergrund, aber ich möchte aus dieser Erfahrung lernen um in Zukunft mit solchen Situationen besser umgehen zu können.

Und Ihre Ziele für das Coaching?

Eigene Fähigkeiten, Gaben, Ideen und eigene Perspektiven so zu einzuordnen, dass ich für die Zukunft eine Palette an Möglichkeiten und einen Fokus zum Agieren habe. Ich möchte wissen, wie ich im Gespräch – zum Beispiel bei einer Bewerbung - auf andere wirke. Und ich möchte Kritik besser verkraften können.

Das Interview führte Christa Schwarzenbacher

Verzierung