Link zur Startseite der Digitalen Pressemappe
Startseite Presseinformation Interviews Bilder Pressespiegel

Interview mit François De Keersmaeker

Geschäftsführer Handicap International Deutschland

Sie waren für Handicap International in ehemaligen Kriegsgebieten tätig. Was waren dort ihre Aufgaben?
 
 Ich war in Mosambik und später in Pakistan für Flüchtlinge aus Afghanistan als Teammanager tätig. In den Flüchtlingslagern hatten wir ein Team aus 120 Helfern wie Orthopädietechniker und Sozialarbeiter. Dort kooperierte ich auch mit UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, die sich in die Gesamthilfe für die Flüchtlinge aus Afghanistan eingefügt haben.
 

Wie ist in diesen Ländern die Situation der Minen- und Streubombenopfer?

Die Situation ist dort sehr schwierig und die Versorgung von Verletzten und Menschen mit Behinderung ist sehr schlecht. Viele Länder wie zum Beispiel Laos sind noch sehr stark mit Minen und Streumunition belastet, das führt häufig zu Verletzungen oder zu tödlichen Unfällen. Die Opfer sind wegen fehlender Strukturen im eigenen Land von einer Hilfe aus dem Ausland abhängig.

Wie hilft Handicap International den Opfern?

Handicap International arbeitet nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Hilfsorganisation hat zum Ziel, Menschen vor Ort auszubilden, damit sie selber eine nachhaltige Hilfe übernehmen können. Das unterstützt auch das Konzept zur Verwendung von einfachen, vor Ort verfügbaren Materialien. Die Anwendung von leicht vermittelbaren Techniken, zum Beispiel für den Bau von Prothesen in den Einsatzländern ist ein sehr wichtiges Beispiel.

Was soll sich durch den Oslo-Vertrag für die Opfer verändern?

Im Oslo-Vertrag ist eine Versorgung der zivilen Opfer des Krieges vorgesehen. Durch den Vertrag soll generell eine bessere Berücksichtigung von Menschen mit Behinderungen in den Unterschreiberstaaten stattfinden. Die Definition von Opfern ist in diesem Vertrag sehr breit gefasst: Nicht nur die Menschen, die Verletzungen davongetragen haben, sondern auch ihre Familien werden einbezogen. Menschen, die in Regionen mit einer hohe Belastung an Blindgängern leben und dadurch im täglichen Erwerb ihres Lebensunterhalts eigeschränkt sind, werden künftig in der Opferhilfe berücksichtigt. Diese breite Opferdefinition ist bisher einzigartig und bietet viel bessere Möglichkeiten zu einer nachhaltigen Entwicklungshilfe.
 
 (2.180 Zeichen)
 

Link zur Video-Seite Link zum Presse-Kontakt Link zum Website-Impressum der Digitalen Pressemappe