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„Probleme rund um Verhütung, Schwangerschaftsabbruch und Geburt gehen mir nahe“

Waltraud Schmidt-Sibeth unterstützt mehrere Stiftungen. Die Germeringer Stadträtin und frühere Landtagsabgeordnete erinnert sich an Probleme und Erfolge.

Warum engagieren Sie sich in der neuen Stiftung von pro familia München?
 Ich befürworte bürgerschaftliches Engagement und beteilige mich finanziell an mehreren Stiftungen. Bürgerschaftliches Engagement nach meinem Verständnis erfordert nicht nur persönlichen Einsatz, sondern auch Unterstützung mit Geld.
 
 Und warum suchen Sie sich jetzt diese Gründung aus?
 Schon längere Zeit bin ich mit pro familia eng verbunden. Vor zehn Jahren entstand ein Kreisverband in Fürstenfeldbruck, der für vier Landkreise gemeinsam eine Beratungsstelle für Fragen rund um Schwangerschaften aufbaute. Im Jahr 2005 wurde ich Vorstandsvorsitzende des Vereins. Wir waren leider nicht in der Lage, die seinerzeit verlangte Selbstbeteiligung von zehn Prozent der Kosten aufzubringen. Dann fand sich eine überraschende Lösung für unser Problem. Der Ortsverein München übernahm 2007 die Trägerschaft für unsere Beratungsstelle, so dass diese Arbeit in Fürstenfeldbruck auf Dauer gesichert war. Mit meiner Einlage in die Stiftung möchte ich wichtige Projekte unterstützen.
 
 Gab es einen konkreten Auslöser, dass Sie sich bereits in Fürstenfeldbruck für pro familia engagierten?
 Meine intensiven Aktivitäten ergaben sich eher zufällig. Ich tauschte mich häufig mit meiner Parteifreundin Tinka-Cathrin Rausch aus, die genau wie ich als Germeringer Stadträtin aktiv ist. Tinka gründete vor etwa zehn Jahren zusammen mit anderen engagierten Frauen und Männern den Verein in Fürstenfeldbruck. Sie setzte sich massiv dafür ein, dass der Freistaat nach vielen Querelen die Gründung und staatliche Förderung unserer Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen gestattete. Tinka meinte schließlich, dass ich mich mit meinem Diplom als Sozialpädagogin besser als sie für den konkreten Aufbau mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen eigne. Daher zog sich Tinka aus dem Vorstand zurück.
 
 Welchen Themen von pro familia wenden Sie sich zu?
 Als wir damals vor Ort kämpften, diskutierten wir gleichzeitig im Landtag heftig über die im Bundestag neu gefassten Paragrafen 218 und 219. Der Bayerische Landtag hatte die Aufgabe, die Landesgesetzgebung zur Schwangerenkonfliktberatung anzupassen. Diese Probleme rund um Verhütung, Schwangerschaftsabbruch und Geburt gehen mir nach wie vor nahe.
 
 Und jetzt beteiligen Sie sich an der neuen Stiftung – wie hoch ist denn Ihre Einlage?
 Ich nehme die Gelegenheit wahr, dass ich bis 30.9. noch mit einer verhältnismäßig kleinen Summe einsteigen kann. Jetzt bin ich mit dem vorläufigen Mindestbetrag von 500 € dabei.
 
 Wenn künftig die Erträge aus den Stiftereinlagen zur Verfügung stehen – wie kann die Stiftung dem Verein pro familia helfen?
 Die Stiftungserträge sollen keinesfalls helfen, mögliche Defizite im Verwaltungsetat auszugleichen. Stattdessen wird das Geld in wichtige Projekte fließen und die Themen von pro familia München stützen.
 
 Sind Ihnen einzelne Projekte von pro familia besonders wichtig?
 Ich möchte mich nicht im Detail festlegen. Nach wie vor sind unglaublich viele Fragen offen, bei denen Politik und Gesellschaft betroffene Frauen und junge Familien im Stich lassen. Die Projekte von pro familia setzen an unterschiedlichen Stellen der Probleme an und passen sich an veränderte Bedürfnisse an. Eine Rangliste wäre nicht hilfreich.
 
 Wie passt Ihr Engagement für pro familia zu Ihren privaten und beruflichen Aktivitäten?
 Ich bin schon seit einigen Jahren Rentnerin. Wegen meines höheren Alters übernehme ich inzwischen weniger Aufgaben. Aber vor allem pro familia und eine weitere Stiftung – die Kinderhilfe Fürstenfeldbruck – liegen mir am Herzen. Ich bin stellvertretende Vorsitzende im Stiftungsrat der Kinderhilfe. Nach einer längeren Phase mit drückenden Finanzproblemen ist es dem Stiftungsrat zusammen mit dem Vorstand gelungen, die Einrichtung wieder auf die Beine zu bringen. Die 600 behinderten oder von Behinderung bedrohten Kinder, Jugendliche und Erwachsene erhalten somit weiterhin individuelle Hilfe und Förderung. Ich will mich nach wie vor an solchen Erfolgen beteiligen. Trotzdem kommen auf keinen Fall meine drei Enkelinnen und ihre Familien zu kurz! Und neben meinen sozialen Aktivitäten erhalte ich mir die Freude am Lesen und Garteln.
 
 Stefan Genrich
 
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