100 Jahre Maxim

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100 Jahre Film: Die Geschichte des MAXIM Kinos

Historischer Filmprojektor im Foyer

Historischer Filmprojektor im Foyer

100 Jahre bewegte Geschichte hat das Programmkino MAXIM im Münchner Stadtteil Neuhausen hinter sich. Das letzte verbleibende Kino in diesem Stadtteil beging das runde Jubiläum am 14. September 2012. Ein solches Kleinod der Filmkunst ins Zeitalter der Multiplex-Kinopaläste hinüberzuretten, dazu bedurfte es des beherzten Engagements mehrerer Betreiber über die Jahre.
 
 Die einstigen Vorstädte und heutigen Stadtteile Neuhausen und Nymphenburg hatten früher eine reiche Kinogeschichte und die Lichtspieltheater im Viertel spielten schon sehr früh eine wichtige Rolle im kulturellen Leben. Im „Münchner Vergnügungsanzeiger“ des Jahres 1928 sind Annoncen von über 50 Münchner Kinos aufgeführt. Die ersten kinematographischen Vorführungen in Neuhausen-Nymphenburg fanden wahrscheinlich im Volksgarten (1903 – 1916) statt. Im Frühjahr 1906 eröffnete dann das erste richtige Kino in München, der „Weltkinematograph“ in der Kaufingerstraße. 1907 folgte das „Gabriel“ in der Dachauerstraße und 1910 die „Museum-Lichtspiele“.
 
 Das MAXIM Kino startete am 14. September 1912 als „Lichtspieltheater des Westens“ in den Räumlichkeiten des ehemaligen Kaufhauses Schottländer in der Landshuter Allee 33. Nach dem ersten Betreiber Jakob Schönberger übernahm das Ehepaar Habeder 1918 das Kino und taufte es entsprechend der Straßennamenänderung „Hindenburg Lichtspiele“. Nach der Novemberrevolution im gleichen Jahr hieß das Kino „Volkslichtspiele“ oder im Volksmund auch liebevoll 'Flohzirkus'. Es war aufgrund seines geringen Platzangebots und seines Charakters als Vorstadtkino für Verleiher als Erstaufführungstheater uninteressant. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Programm weg vom Unterhaltungsfilm hin zum so genannten Aufklärungsfilm. Da das Kino nicht einmal 100 Sitzplätze hat, mussten mehrmals pro Tag Filme gezeigt und zweimal wöchentlich das Programm gewechselt werden, um das Kino wirtschaftlich betreiben zu können. Dazu kamen die Kosten der Umstellung auf den Tonfilm und die Lustbarkeitssteuer.
 
 Das Lichtspielhaus blieb im Zweiten Weltkrieg fast unbeschädigt und nahm bereits 1946 als eines der ersten Kinos in München seinen Betrieb wieder auf. Im Mai 1953 gab ihm der neue Besitzer, Hans Halbig, den Namen MAXIM, den es bis heute beibehalten hat. Der ehemalige Filmvorführer installierte gebrauchte Projektoren aus dem Jahre 1935 im MAXIM. Diese sind bis heute funktionstüchtig! Mit Halbigs Konzept, Kino für alle Neuhauser zu machen, in dem er ein populäres Programm für Jung und Alt anbot, überlebte das MAXIM das große Kinosterben zu Beginn der Sechziger Jahre. Halbig ging im Juli 1977 in den Ruhestand. Hannelore Köpferl, eine Fachfrau aus dem Filmverleih, übernahm das Kino. Sie trat mit dem Anspruch an, Filmkunst zu zeigen. Dies stieß aber bei den Neuhauser Bürgern auf wenig Resonanz und sie gab nach einem Jahr auf.
 
 Von den vier engagierten Leuten, die im August 1978 das Kino übernahmen, blieb Siegfried Daiber. Er führt das Kino seit 1980 bis heute als Programmkino. Gezeigt werden thematische Filmreihen, Werkschauen, Retrospektiven, Dritte-Welt-Filme, Dokumentarfilme und Kurzfilme jenseits des Massengeschmacks. Das MAXIM ist heute nach dem Gabriel Filmtheater (1907) in der Dachauer Straße und den Museumslichtspielen (1910) an der Lilienstraße in der Au das drittälteste Kino Münchens.