Pressemitteilung

essensWert – Gib Lebensmittelverschwendung keine Chance

Ernährungsinstitut KinderLeicht startet bayerische Infokampagne zur Reduzierung von Lebensmittelabfall: Verbraucher erfahren, wie sie nachhaltig einkaufen und Abfälle vermeiden

In Deutschland landen rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll. Einen großen Teil dieses Lebensmittelabfalls produzieren die privaten Haushalte. Mit dem Projekt essensWert will das Münchner Ernährungs-institut KinderLeicht bayerische Verbraucher anregen, ihren Lebensmittelabfall zu verringern. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) gefördert. essensWert hat sich zum Ziel gesetzt, „ein Bewusstsein zu schaffen für die gesamte Wertschöpfungskette unserer Ernährung“, so Agnes Streber, Oecotrophologin und Leiterin des Ernährungsinstituts KinderLeicht

Die bayerische Infokampagne knüpft an eine bundesweite Initiative der Bundesministerin Ilse Aigner an, die das Thema Lebensmittelverschwendung 2012 auf die politische Agenda gesetzt und eine Studie dazu in Auftrag gegeben hatte. Die Ergebnisse der Studie sind alarmierend: Pro Kopf werden in Deutschland 82 Kilogramm Lebensmittel im Wert von rund 235 Euro weggeworfen. Davon sind 53 Kilogramm vermeidbar. Die landwirtschaftliche Produktion, die Lebensmittel-industrie, der Handel und die Verbraucher sind aufgerufen, etwas zu verändern. Bei den Verbrauchern setzt das Projekt essensWert an. Dabei soll es nicht bei einem schlechten Gewissen bleiben. „Im Gegenteil“, betont Agnes Streber, „fehlendes Bewusstsein, Verdrängung und Schuldgefühl sollen einer neuen Sensibilität, einem neuen Bewusstsein und einem neuen Lebensstil weichen.“

Dass Lebensstilveränderung und die Zugehörigkeit zu einer neuen Wertegemeinschaft Spaß machen, zeigen Bewegungen wie Slow Food, Food Sharing und Urban Gardening. In Deutschland haben diese Bewegungen seit dem Kinoerfolg von Valentin Thurns Dokumentarfilm Taste the Waste (2011) viele Anhänger gewonnen. Thurn will nicht nur den moralischen Zeigefinger erheben oder zu Verzicht und Askese aufrufen. „Es geht gar nicht um mehr Sparsamkeit. Es geht um eine andere Werthaltung“, unterstreicht der Filmemacher. „In dem Moment, wo ich Lebensmittel schätze, schmeiße ich automatisch weniger weg. Dann fange ich nämlich an, mir Gedanken zu machen: Wo kriege ich es her, wo kaufe ich es ein, wie wird es produziert?

Die Infokampagne des Ernährungsinstituts KinderLeicht will bayerische Verbraucher zum Umdenken anregen. Die Organisatorinnen planen eine Fachtagung und Workshops für alle Interessierten in der Landeshauptstadt und ganz Bayern. Sie geben Tipps zum gezielten Einkauf und zum Lagern und Verarbeiten von Lebensmitteln. (2484 Zeichen)