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Interview mit Ingrid Neumann-Micklich, 1. Stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats

Ingrid Neumann-Micklich

Ingrid Neumann-Micklich

Frau Neumann-Micklich, Sie sind in diesem Jahr zum ersten Mal in den Vorstand des Seniorenbeirats gewählt worden. Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Arbeit in dieser Wahlperiode gesetzt?
 
 Ich will Einiges in Angriff nehmen. An erster Stelle steht, den Seniorenbeirat bekannter zu machen. Ich erfahre immer wieder, dass dieses Gremium in der Öffentlichkeit viel zu wenig wahrgenommen wird. Das muss sich ändern! Die älteren Menschen müssen wissen, dass es den Seniorenbeirat gibt, der für ihre Belange eintritt. Dazu möchte ich mich noch an mehr Informationsständen beteiligen und in vielen Arbeitskreisen zu unterschiedlichen Themen mitarbeiten. Ich werde auch dafür kämpfen, dass der Seniorenbeirat größeren Einfluss bezüglich seiner Ideen und Vorschläge erhält und dass er, wo es nötig ist, schneller auf akute Probleme reagieren kann.
 Auch was die Wahl des Seniorenbeirats betrifft, will ich gerne manches verbessern. Es nehmen immer weniger Senioren an der Wahl teil, diese Entwicklung müssen wir stoppen!
 Dazu ist es wichtig, die letzten Wahlen genau zu analysieren und aus den Erkenntnissen ein tragfähiges Konzept für die nächste Wahl zu entwickeln.
 
 Sie sind auch für den Mieterbeirat München tätig. Ergeben sich hier Anknüpfungspunkte zu Ihren Aufgaben im Seniorenbeirat?
 
 Absolut! Ich finde, die Arbeit im Mieterbeirat passt perfekt zu meiner Arbeit im Seniorenbeirat.
 In meine Sprechstunde beim Seniorenbeirat kommen viele ältere Menschen, deren Rente nicht mehr ausreicht, um die ständig steigenden Mieten zu bezahlen. Die sind verzweifelt, denn häufig wohnen sie schon 40 Jahre oder länger in ihrer vertrauten Umgebung und sehen sich jetzt der Bedrohung ausgesetzt, ihr Heim verlassen zu müssen. Leider kann ich den Betroffenen keine Wohnungen besorgen, aber ich kann ihnen zuhören und sie auch an die relevanten Stellen weiterleiten, bei denen sie Beratung und Unterstützung erhalten können.
 
 Was muss Ihrer Meinung nach gewährleistet sein, damit Senioren möglichst lange und unabhängig in der eigenen Wohnung leben können?
 
 Da gibt es viele Punkte zu berücksichtigen, die Menschen, die sich nicht mit dem Thema beschäftigen, nicht klar sind. Sie sehen sich mit den Problemen dann von heute auf morgen konfrontiert. Etwa, wenn die eigenen Eltern krank werden oder nicht mehr mobil sind und die bisherige Wohnung plötzlich viele gefährliche Fallen aufweist.
 Altersgerechte Wohnungen müssen so um- oder ausgebaut werden, dass sich ältere Menschen auch noch mit Rollatoren oder Rollstühlen in der Wohnung bewegen können. Die Duschen sollten ebenerdig sein und frei von „Stolperfallen“. Man denkt es nicht, aber viele alte Menschen sind in ihrer Wohnung „gefangen“, einfach weil Fahrstühle fehlen. Solche Maßnahmen kosten Geld. Dafür sollte es Zuschüsse für die Betroffenen geben. Im Prinzip spielt alles, was unter „Barrierefreies Wohnen“ fällt, hier eine Rolle. Und bei Bedarf einen gut ausgebildeten und bezahlbaren Pflegedienst zu finden, ist auch nicht ganz einfach.
 
 Das Wohnen von Senioren ist im Wandel, es gibt viele verschiedene Angebote. Wie wohnen Senioren in München?
 
 Am liebsten natürlich in ihren eigenen Wohnungen. Aber es entwickeln sich vermehrt auch spannende Modellprojekte. Etwa das „Mehrgenerationen-Wohnen“, in dem den Bewohnern auch altengerechte Wohnungen und ein generationenübergreifendes Begegnungszentrum zur Verfügung stehen. Oder die von der Stadt geförderten „Mehrgenerationenhäuser“, von denen es zurzeit drei in München gibt. Das Konzept „Versorgung im Viertel“ ist ein weiteres Modell, das zeigt, wie ein Miteinander der Generationen gelebt werden kann. Nicht zuletzt gibt es ein großes Angebot an Seniorenheimen und betreutem Wohnen für ältere Menschen.
 
 Kurzporträt Ingrid Neumann-Micklich