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Interview mit Dr. Irmtraud Nies, 2. Stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats

Dr. Irmtraud Nies

Dr. Irmtraud Nies

Frau Dr. Nies, was hat Sie bewogen, sich für den Seniorenbeirat zur Wahl zu stellen?
 
 Ich wollte meine berufliche Erfahrung, die ich in jahrelanger Tätigkeit als Juristin und im Versicherungswesen gesammelt habe, den älteren Generationen zur Verfügung stellen.
 Ich kenne den Bedarf an rechtlicher Beratung und die Schwierigkeiten, mit denen sich insbesondere Senioren mit wenig Rente im Alltag konfrontiert sehen.
 
 Wie ist die Situation der Rentner in München? Kann man in dieser Stadt mit der Altersrente ein würdiges Leben führen?
 
 Durch die hohen Wohnungsmieten in München stehen ältere Menschen, die keine ausreichende Vorsorge treffen konnten, vor großen Problemen. Das betrifft vor allem Frauen, die wegen familiär bedingter Pausen der Erwerbstätigkeit keine zusätzlichen Leistungen wie Betriebsrenten beziehen. Ihr Rentenanspruch ist entsprechend gering. Sie und andere Senioren mit geringem Einkommen hatten auch keine Chance, Rücklagen zu bilden oder Wohneigentum zu erwerben. In der Folge führte das bei den Betroffenen zum Problem der Überschuldung. An dieser Stelle zu beraten und zu unterstützen, war mir ein wichtiges Anliegen und war auch die Motivation dafür, dass ich 1986 zusammen mit der AWO München die Schuldner-Beratungsstelle im DGB-Haus gründete.
 
 Wie beurteilen Sie die Unterstützung für Senioren von städtischer Seite?
 
 Die Landeshauptstadt München engagiert sich vorbildlich für Senioren. 1979 hat das Sozialreferat zusammen mit Verbänden der freien Wohlfahrtspflege die bewährten Alten- und Servicezentren (ASZ) ins Leben gerufen. Mit ihrer Hilfe erhalten die älteren Menschen vielfache Unterstützung. Ein Ziel ist zum Beispiel die Selbständigkeit der Senioren, auch in ihrer häuslichen Umgebung, so lange wie möglich zu erhalten. Außerdem machen sich die ASZ stark, um Vereinsamung, Isolation und Ausgrenzung zu vermeiden. Ergänzt wird das Angebot von städtischer Seite durch ein breit gefächertes Netz weiterer sozialer Hilfsdienste und Beratungsstellen.
 
 Sie arbeiten als Juristin im Versicherungswesen. Müssen Senioren anders beraten werden als etwa jüngere Menschen?
 
 Die Beratung von Senioren unterscheidet sich natürlich von der für andere Versicherungsnehmer. Neben dem Schutz durch die Kranken-, Pflege- und privaten Haftpflichtversicherung, die nach wie vor benötigt werden, sind weitere Faktoren zu berücksichtigen. Ältere Bürger nehmen gerne eine persönliche Beratung in Anspruch.
 Private Zusatzversicherungen können insbesondere im Fall eines hohen Pflegeaufwandes notwendig werden. Dagegen kann auf Berufsunfähigkeitsversicherungen oder Sterbegeldversicherungen getrost verzichtet werden.
 
 Kurzporträt Dr. Irmtraud Nies