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Interview mit Gerhard Krug, 3. Stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats

Gerhard Krug

Gerhard Krug

Herr Krug, worin besteht Ihre Motivation sich als Vorstandsmitglied für den Seniorenbeirat zu engagieren?
 
 Der Seniorenbeirat betreibt notwendige Lobbyarbeit für die älteren Menschen in München, das finde ich sehr wichtig. Ich bin seit März 2011 Mitglied im Seniorenbeirat. Schnell wurde mir klar, dass ich hier nicht nur meinem Interesse an gesellschaftlichem Engagement nachgehen, sondern auch meine vielfältigen Erfahrungen aus der freien Wirtschaft, besonders im Bereich Organisation, hilfreich einbringen kann. Dass ich jetzt zusätzlich in den Vorstand des Seniorenbeirats gewählt wurde, war zwar nicht geplant, aber ich werde mich auch in dieser Position tatkräftig für die zwingend notwendigen Reformen einsetzen, die ein besseres Leben im Alter ermöglichen sollen. Bisher habe ich mich vor allem mit den Themen bezahlbares und seniorengerechtes Wohnen, Sicherheit von Senioren und Vereinsamung älterer Menschen beschäftigt.
 
 Zum Schutz von alten Menschen vor Betrügern arbeitet der Seniorenbeirat mit der Polizei zusammen. Wie erfolgreich ist diese Kooperation?
 
 In Zusammenarbeit mit der Münchner Polizei entstand eine ganze Reihe erfolgreicher Projekte. Ein großes Thema ist die Sicherheit von Senioren im Alltag. Etwa der Schutz vor Trickbetrügern oder Handtaschenraub. Mit der Aktion „Senioren helfen Senioren“ unterstützen zurzeit nahezu ein Dutzend Senioren als Sicherheitsberater die Aufklärungsarbeit der Polizei. Auch zur Sicherheit im Straßenverkehr und im häuslichen Bereich informieren wir. Ein weiterer Bereich ist der Verbraucherschutz: Hier klären wir zum Beispiel über Gefahren auf, die bei Haustürgeschäften, Kaffeefahrten und Preisausschreiben lauern. Auch die Nutzung des Widerrufsrechts ist dann Thema. Aktionen und Vorträge laufen über das ganze Jahr in den Alten- und Servicezentren, verschiedenen Stadtteiltreffs und den Sozialverbänden wie zum Beispiel der Arbeiterwohlfahrt und dem VdK. Nicht zuletzt betreiben wir in großen Einkaufszentren und U- und S-Bahnhöfen mit Infoständen Prävention und klären zum Opferschutz auf.
 
 Unter den Senioren sind auch viele Migranten. Welche speziellen Anforderungen stellt diese Gruppe an Ihre Arbeit? Wie unterstützen Sie diese gesellschaftliche Gruppe?
 
 Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass der Umgang mit älteren Migranten keine anderen Anforderungen an uns stellt als der Umgang mit einheimischen Senioren. Unser Angebot steht diesen natürlich genauso offen. Besondere Anliegen ausländischer Mitbürger, etwa Fragen zur Gleichstellung, fallen in den Zuständigkeitsbereich des Ausländerbeirats. Nichtsdestotrotz engagieren sich meine Kollegen aus dem Seniorenbeirat und ich mich auch als sogenannte „Lotsen“ für Bürger, denen es schwerfällt mit den Lebenswirklichkeiten oder dem „Amtsschimmel“ zurechtzukommen. Auch Menschen mit Migrationshintergrund nehmen diese Hilfe gerne in Anspruch.
 
 Wie nehmen Sie die öffentliche Diskussion zum Thema Senioren wahr?
 
 Zunehmend mit Entsetzen! Oft werden leichtfertig Urteile und Entscheidungen zum Nachteil dieser Generation getroffen, die unter erheblichen Anstrengungen und Entbehrungen dieses Land mit aufgebaut hat. Senioren haben heute mit vielen Zumutungen zu kämpfen. Zu nennen sind etwa die steigenden Kosten für altersgerechtes Wohnen in einer Großstadt wie München, Rentenkürzungen und Nullrunden, zu leistende Zuzahlungen für die Krankenkasse und die bevormundende Diskussion um die Fahrtüchtigkeit von Senioren.
 
 Kurzporträt Gerhard Krug