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Interview mit Waltraud Hörnchen, Schriftführerin des Seniorenbeirats

Waltraud Hörnchen

Waltraud Hörnchen

Frau Hörnchen, Sie arbeiten schon lange im Seniorenbeirat mit. Was war Ihre Motivation sich für die Arbeit in diesem Gremium zu engagieren?
 
 Ich engagiere mich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen der Seniorenarbeit. So bin ich in mehreren Münchner Verbänden tätig, etwa im Sozialverband VdK und in der Arbeiterwohlfahrt. Auch parteipolitisch habe ich mich bei der SPD für die Senioren eingesetzt und im Bezirksausschuss mitgearbeitet. Da ich das Seniorenthema für sehr wichtig halte, wollte ich mit 60 Jahren auch bei der Stadt München aktiv in die Seniorenarbeit einsteigen und hier etwas bewegen.
 
 In den Münchner Stadtteilen gibt es viele Seniorenvertretungen und Alten- und Servicezentren. Mit welchen Anliegen kommen die Münchner Senioren in die Beratungsstellen?
 
 Die Anliegen der Münchner Senioren umfassen ein breites Spektrum. Am häufigsten besuchen sie die Beratungsstellen, wenn sie mit gesundheitlichen Problemen kämpfen oder Schwierigkeiten bei der Bewältigung ganz alltäglicher Dinge haben, zum Beispiel im Umgang mit den Behörden. Viele suchen die Servicezentren auch auf, um über ihre finanziellen Probleme zu reden und sich über Unterstützungsmöglichkeiten beraten zu lassen. Das Leben in München ist bekanntermaßen teuer und viele Rentner haben mit den steigenden Lebenshaltungskosten enorm zu kämpfen. Manche der älteren Menschen kommen auch einfach vorbei, um in den Seniorenvertretungen und Altenzentren Ansprechpartner für ihre alltäglichen Sorgen zu finden und um sich einfach mit jemandem unterhalten zu können.
 
 Wo genau sehen Sie noch Servicebedarf für Senioren?
 
 Das Beratungsangebot in den verschiedenen Einrichtungen halte ich für relativ gut ausgebaut und auch in qualitativer Hinsicht gut. Problematisch ist es dagegen, diejenigen älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zu erreichen, die nicht den Weg in die Altenservicezentren und die anderen Einrichtungen finden, obwohl sie vor Ort Hilfe bräuchten. Etwa aus gesundheitlichen Gründen, weil sie nicht mehr so mobil sind und dazu auch niemanden mehr haben, der sie unterstützt und begleitet. Manche der Senioren haben eine gewisse Scheu, solche Angebote aufzusuchen. Gleichzeitig sind das häufig genau die Senioren, die am dringendsten auf Hilfe angewiesen sind. Hier ist es ganz wichtig Wege zu finden, diese Gruppe zu erreichen und überzeugend anzusprechen. Ich vertrete den Seniorenbeirat in den Stadtbezirken Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. Hier läuft noch bis 2014 das Pilotprojekt „Präventive Hausbesuche“. Das Projekt bietet die Möglichkeit älteren Bürgern, die oft auch unter Vereinsamung leiden, zu helfen, bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Das heißt, bevor Gefahr im Verzug ist und nur noch stark in das Leben dieser Menschen einschneidende Maßnahmen eingesetzt werden können.
 
 Welche Funktionen können Senioren Ihrer Ansicht nach in unserer Gesellschaft übernehmen? Wie kann die Gesellschaft von den Berufs- und Lebenserfahrungen dieser Altersgruppe profitieren?
 
 Ältere Menschen wie die Rentner haben oft viel Zeit zur Verfügung. Diese und ihre reichhaltigen Erfahrungen aus dem Berufs- und Privatleben können sie verwenden, um anderen Menschen zu helfen. Etwa, indem sie sie in speziellen Themenfeldern beraten. Das gilt sowohl für den eigenen Alterskreis als auch für jüngere Menschen. Eine Stärke der älteren Menschen ist es, dass sie Vieles lockerer sehen können, ohne die Dinge künstlich zu vereinfachen. Denn oft lassen sich Probleme ohne Aufregung und Verkrampfung besser lösen. Speziell für Senioren, die einsam sind, können ältere Menschen auch gute Gesprächspartner sein, indem sie einfach für sie da sind und ihnen zuhören.
 
 Kurzporträt Waltraud Hörnchen