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Kurzinterview mit Martina Mühlberger

Frau Mühlberger, das Thema Medienkompetenz gewinnt in unserer digitalisierten Welt immer mehr an Bedeutung. Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Bayerische Landeszentrale für neue Medien?

Als eine von 14 Landesmedienanstalten in Deutschland genehmigt und kontrolliert die BLM private Hörfunk- und Fernsehangebote und schafft die Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung der bayerischen Rundfunklandschaft. Zu ihren gesetzlich festgeschriebenen Aufgaben gehört es, einen Beitrag zur Vermittlung eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Medien, insbesondere zur Medienerziehung und Medienpädagogik zu leisten. Das hohe Gewicht des Themas führte im Jahr 2013 zur Einrichtung eines eigenen Bereichs „Medienkompetenz und Jugendschutz“ innerhalb der BLM. Zur Verstetigung ihrer medienpädagogischen Arbeit hat die BLM 2008 die Stiftung Medienpädagogik Bayern ins Leben gerufen. Mit zahlreichen Projekten und Maßnahmen setzt sich die BLM für die Vermittlung von Medienkompetenz in ganz Bayern ein.

Die BLM führt diverse Projekte durch, um den kritischen Umgang mit Medien zu fördern. Wie sehen diese Projekte konkret aus?

Die BLM führt diverse Projekte durch, um den kritischen Umgang mit Medien zu fördern. Wie sehen diese Projekte konkret aus?

Die Projekte wenden sich an unterschiedliche Zielgruppen, weisen inhaltlich jeweils verschiedene mediale Schwerpunkte auf und arbeiten mit unterschiedlichen Methoden. Um nur zwei Bespiele zu nennen:
 Beim FLIMMO handelt es sich um ein Projekt für die Zielgruppe Eltern und Erziehende. Ziel der Programmberatung ist es, die Sichtweisen von Kindern zwischen 3 und 13 Jahren auf Fernsehangebote nahezubringen und Mut für eine Fernseherziehung zu machen, die die Kompetenz der Kinder fördert. Der FLIMMO bietet Orientierungshilfen zum aktuellen Fernsehprogramm und medienpädagogisches Knowhow rund ums Fernsehen. Den FLIMMO gibt es als Broschüre, die kostenlos bestellt werden kann, oder online unter www.flimmo.tv und www.flimmo-fachportal.de.
 
 Die Fachtagung des Forums Medienpädagogik richtet sich vor allem an Lehrkräfte und pädagogisch Tätige. Die Veranstaltung findet einmal jährlich zu einem aktuellen medienpädagogischen Thema statt und gibt mit zahlreichen Praxisbeispielen zum jeweiligen Thema konkrete Tipps, um aktive und kreative Medienarbeit in den Berufsalltag zu integrieren. Die Teilnahme an der Fachtagung ist kostenlos.
 
 Zu weiteren Projekten wie der Fortbildung Medienkompetenz für angehende Erzieherinnen und Erzieher, dem Schulradio Bayern oder den medienpädagogischen Redaktionen in den Aus- und Fortbildungskanälen Bayern finden Sie Informationen unter www.blm.de.
 

Ihr Angebot richtet sich sowohl an Kinder und Jugendliche als auch an Erwachsene. Worin liegen die Unterschiede?

Jede Zielgruppe von medienpädagogischen Maßnahmen hat ihre eigenen Bedürfnisse. Bei Projekten oder der Erstellung von Materialien müssen die Vorkenntnisse, die Interessen und die speziellen Mediennutzungsschwerpunkte berücksichtigt werden. Danach muss sich das Angebot richten, sowohl im Hinblick auf die inhaltliche Schwerpunktsetzung als auch auf die Methode, die zum Einsatz kommt. Bei Kindern ist zum Beispiel eine spielerische Herangehensweise zielführend, bei Eltern sollte eine alltagsnahe Aufbereitung des Themas stattfinden.

Wer profitiert davon, wenn Kinder Medienkompetenz entwickeln?

Grundsätzlich ist in unserer digitalisierten und mediatisierten Welt die Entwicklung von Medienkompetenz eine wichtige Sozialisationsaufgabe. Die aktive und verantwortungsvolle Nutzung von Medien für die individuellen Bedürfnisse ist grundlegend sowohl für den privaten als auch beruflichen Bereich. Letztlich kann man sich über Medien an Gesellschaft beteiligen, was in demokratischen Strukturen ein wichtiger Teil sozialer Diskurse ist.

Medienkompetenz ist ein Thema, das alle Gesellschaftsschichten betrifft. Welche Hilfe wünschen Sie sich von der Politik?

Medienkompetenzvermittlung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der alle zusammenwirken sollten. Hier muss das Bewusstsein geschärft und öffentliche Debatten geführt werden. Es ist auch notwendig, dass Strukturen geschaffen werden, die adäquate Maßnahmen ermöglichen. Finanzielle Unterstützung ist natürlich ebenfalls elementar.
 
 Das Interview führte Barnabas Eder
 
 Kurzportät Martina Mühlberger