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Medienkompetenz

Spätestens seit dem Aufkommen von Smartphone, Xbox und Co. im sogenannten Internetzeitalter ist der Begriff Medienkompetenz in aller Munde.
 Die Idee ist nicht neu, schon 1927 forderte Brecht eine Demokratisierung des damals neu aufkommenden Massenmediums Rundfunk und damit eine aktive Partizipation des Bürgers.
 Ende der 60er Jahre tauchte der Begriff Medienkompetenz immer öfter im gesellschaftlichen Diskurs auf. In Anlehnung an Brecht forderte Hans Magnus Enzensberger in seiner Theorie der Medien: „Ein revolutionärer Entwurf muss nicht die Manipulateure zum Verschwinden bringen, er hat im Gegenteil einen jeden zum Manipulator zu machen.“
 

Fest verankert im gesellschaftlichen Diskurs ist der Begriff Medienkompetenz seit Dieter Baackes Definition aus den 1990er Jahren. Baacke gliedert Medienkompetenz vierdimensional, er unterscheidet Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung.
 Medienkritik soll analytisch und reflexiv zugleich sein, das heißt, analytisches Wissen auf sich selbst und sein Handeln anzuwenden. Medienkunde beinhaltet sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen über aktuelle Medien. Unter Mediennutzung versteht Baacke sowohl eine rezeptive als auch interaktive Nutzung von Medien. Mediengestaltung beinhaltet innovative Veränderungen und kreative Nutzung von Medien, die über Grenzen der alltäglichen Kommunikationsroutinen hinausgehen.
 

Dieter Baacke definiert Medienkompetenz wie folgt: „Medienkompetenz soll, aufs Ganze gesehen, den Nutzer befähigen, die neuen Möglichkeiten der Informationsverarbeitung souverän handhaben zu können. Auch der humane Fortschritt verläuft heute (...) über elektronische Technologien. Um an ihm teilhaben zu können, benötigen wir alle demnächst nicht nur Anschlüsse, um ans Netz gehen zu können. Wir müssen uns in der computerisierten Medienwelt auch zurechtfinden. Medienkompetenz will genau dies ermöglichen, und insofern umschreibt der Begriff ein durchaus übersichtlich zu machendes Arbeitsfeld, an dessen Bearbeitung Medienpädagogik entscheidend Anteil haben wird.“

Für den Erwerb von Medienkompetenz spielt heutzutage, wie Baacke damals voraussah, die Medienpädagogik eine entscheidende Rolle. Heranwachsenden kann Medienpädagogik einen Kompass an die Hand geben, um Medien kennenzulernen und kennen zu lernen.