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Medienpädagogik

Jugendlichen und Erwachsenen bietet sich heute eine Vielzahl an Möglichkeiten der modernen Mediennutzung. Jeder sollte sich kritisch und bewusst mit den Inhalten, Gefahren und technischen Voraussetzungen von Medienangeboten befassen. Die multimediale Ausstattung der Smartphones mit Foto- und Videokamera, Sprachaufzeichnung und Internetzugang ermöglicht allgegenwärtige Kommunikation.

Medienpädagogik geht als wissenschaftliche Disziplin auf alle erzieherischen Fragen, Probleme und Themen ein, die mit Medien zusammenhängen. Darunter versteht man die pädagogisch orientierte Beschäftigung mit den Medien. Medienpädagogik ist eine eigene Fachrichtung innerhalb der Pädagogik und beschäftigt sich mit Mediendidaktik, Medienerziehung und dem Erwerb von Medienkompetenz.

Prägend für das Verständnis von Medienpädagogik im deutschsprachigen Raum sind bis heute die Arbeiten von Dieter Baake: „Die kulturellen Interessen und Entfaltungsmöglichkeiten werden heute beeinflusst und mitgestaltet durch expandierende Informations- und Kommunikationstechniken mit Wirkungen auf das Rezeptionsverhalten gegenüber Programm-Medien (Radio, Fernsehen), auf Arbeitsplätze, Arbeitsverhalten, Arbeitschancen und auf Handlungsmöglichkeiten im öffentlichen und privaten Leben.“ (Baake 1997)

In der Praxis sieht man oft nur einen Teilbereich der Medienpädagogik: die aktive Medienarbeit mit Kindern oder Jugendlichen. Jugendradio, Schülerzeitung, Kinder-Videoprojekte oder Schülerfernsehen fördern Eigenverantwortung und Medienkompetenz Heranwachsender, die diese Medien unter pädagogischer Anleitung eigenständig gestalten.

Manfred Spitzer, einer der erfolgreichsten Autoren medienpädagogischer Populärliteratur, sieht die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen äußerst kritisch. Spitzer warnt vor den Risiken der Mediensucht und spricht sich für einen Medienverzicht zugunsten realer Freizeitaktivitäten aus. Hiermit vertritt er den bewahrpädagogischen Ansatz, laut dem der Gebrauch von neuen Medien die heranwachsende Generation zu dummen, aggressiven Menschen mache, die nicht mehr in der Lage seien, sich richtig zu konzentrieren. „Google nimmt uns das Denken ganz einfach ab“, befürchtet Spitzer.

„Jenseits von Sucht- und Demenzdebatten ist die Medienpädagogik gefordert, Jugendlichen und Erwachsenen etwas zuzutrauen und ihnen gesunde Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen“, meint hingegen der Medienpädagoge Klaus Lutz. Das Internet biete eine Vielzahl an Gelegenheiten von politischer Beteiligung für Heranwachsende. So könne zum Beispiel ein Klick auf den „Gefällt mir“-Button in Sozialen Netzwerken nur eine flüchtige Stellungnahme sein, aber auch Ausdruck einer wohldurchdachten politischen Äußerung. Um alle Bürger an diesen Möglichkeiten teilhaben zu lassen, sei Medienbildung von zentraler Bedeutung. Jugendliche dabei anzuleiten, die neuen medialen Möglichkeiten im Sinne ihrer Interessen zu nutzen, ist eine der großen Herausforderungen für die Medienpädagogik der nächsten Jahre.