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Digitale Pressemappe zum 57. Münchner Mediengespräch

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Kurzinterview mit Katrin Schömann

Frau Schömann, Sie haben für das 57. Münchner Mediengespräch das Thema Medienkompetenz gewählt. Warum?

Das BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltet nun schon seit seiner Gründung 1999 gemeinsam mit Peter Lokk und Gabi Hooffacker von der Journalistenakademie München die Münchner Mediengespräche. Unser Ziel ist es, aktuelle medienpolitische Entwicklungen und Herausforderungen aufzugreifen, kritisch zu hinterfragen und zu beleuchten. Die Fragen nach der Qualität von Journalismus ist für uns ebenso Bestandteil unserer Themenagenda wie auch der Themenkomplex Medienkompetenz.
 
 Das 57. Münchner Mediengespräch widmet sich der Frage, inwiefern Medienkompetenz auch politische Teilhabe fördert. Ich denke, dass die Kompetenz zum Umgang mit Medien eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe sein muss. Medien liefern uns Informationen, bilden und öffnen neue Themenbereiche. Sie prägen unsere Biografien und unser Weltbild. Medien können Menschen zusammenführen oder voneinander abgrenzen, sie können manipulieren oder zur Reflexion anregen. Die Wirkung von Medien in unsere Gesellschaft hinein kann durchaus als ambivalent bewertet werden. Eine verantwortliche Medienpolitik muss also zum Ziel haben, die Medienkompetenz aller Menschen entsprechend zu schulen.
 

Wie kann Medienpädagogik Jugendliche und Erwachsene für eine vernünftige politische Teilhabe sensibilisieren?

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass Medienpädagogik strukturiert und systematisch bereits im Kindesalter ansetzt und in allen pädagogischen Handlungsfeldern verankert ist. Kinder und Jugendliche sollten vor allem lernen gesellschaftliche Zusammenhänge zu erfassen und kritisch zu reflektieren, um erkennen zu können, in welche ideologischen Bereiche Berichterstattung in den Medien gehen kann.

Welche Möglichkeiten zur medialen Partizipation gibt es für „normale“ Bürger?

In allererster Linie geschieht mediale Partizipation schon dann, wenn wir uns über die Medien mit Themen, die uns interessieren und bewegen, auseinandersetzen. Hier muss der Zugang zu Medien sichergestellt sein, ebenso wie die Fähigkeit, sich kritisch mit Berichterstattung auseinandersetzen zu können.

Wie stehen Sie dem Thema Social Media gegenüber?

Social Media ist eine Möglichkeit, schnell an Informationen zu gelangen, oftmals nur wenige Minuten nach einem Ereignis. Der Vorteil besteht darin, schnell informiert und dadurch Teil eines weltweiten Netzwerks zu sein. Der Schutz des Einzelnen als Nutzer, aber zugleich auch als Produzent von Informationen darf dabei aber nicht aus dem Blick gelassen werden.

Welchen Stellenwert hat Medienkompetenz bei der Friedrich-Ebert-Stiftung und auf welchen Feldern setzen Sie dieses Thema um?

Fast alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche sind von den neuen Medien durchdrungen. Dadurch ist der klassische Rahmen der Medienpolitik gesprengt. Sie ist zu einer Querschnittsaufgabe geworden und in alle Politikbereiche eingedrungen. Sie muss den Rahmen setzen für möglichst viel Informationsfreiheit, gleichzeitig aber einer zunehmenden Verletzung von Persönlichkeitsrechten im Netz entgegen wirken. Zugleich muss sie im Blick haben, wie der für die Demokratie unersetzliche Wert der klassischen Medien geschützt und gefördert werden kann. Die Friedrich-Ebert-Stiftung trägt durch Ihre Arbeit im Bereich der Medienpolitik und der Vermittlung von Medienkompetenz dazu bei.
 
 Das Interview führte Barnabas Eder
 
 Kurzporträt Katrin Schömann