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Eduard Klas, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn

Wie kam es vor 100 Jahren zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn?
 
 Vor 100 Jahren sah es in unserer Gemeinde noch ganz anders aus: Es war dichter Wald, in dem die ersten Siedler ihre Häuschen bauten. 100 Menschen mögen damals dort gewohnt haben, wo heute über 20.000 zu Hause sind. Der Brand der Kegelbahn an der Gaststätte Waldschlösschen bewog die Siedler, sich zu einer Selbsthilfegruppe zusammenzuschließen. Sie gründeten die „Kolonistenfeuerwehr“. Genau dieser Gedanke, anzupacken und Anderen in der Not zu helfen, motiviert Frauen und Männer seit 100 Jahren zur Mitgliedschaft in unserer Feuerwehr.
 
 Was hat sich in 100 Jahren Feuerwehrgeschichte verändert?
 
 Vor 100 Jahren tat die Feuerwehr genau das, was Ihr Name sagt: Feuer löschen. Damals bedrohten die vielen Waldbrände die Häuser der ersten Siedler. Heute heißen wir immer noch Feuerwehr. Aber wir werden auch gerufen, wenn geregelte Abläufe außer Kontrolle geraten, wenn Menschenleben in Gefahr sind, wenn man in unserer hoch technisierten Welt nicht mehr weiter weiß. Unsere 135 Einsatzkräfte sind nicht nur Experten in Brandbekämpfung, so wie es unsere Gründer waren. Wir sind zu Allrounder geworden. Wir haben nicht mehr nur ein Löschfahrzeug. Wir nutzen eine auf das Gefahrenpotential von Ottobrunn angepasste Fahrzeugflotte. Mit dem Wachstum der Häuser kam 1971 eine Drehleiter, mit der Eröffnung der Autobahn 1974 der Rüstwagen. Wir kennen uns aus mit Gefahrgutunfällen, wenn Chemikalien freigesetzt werden. Wir sind spezialisiert auf die Befreiung eingeklemmter Unfallopfer aus ihren Fahrzeugwracks. All das sind Themen, mit denen sich die Kameraden vor 100 Jahren nicht zu beschäftigen brauchten. Kurzum: Mit dem rasanten Wachstum unserer Gemeinde hat die Feuerwehr Schritt gehalten – immer zum Wohl unserer Mitbürger.
 
 Wie lange sind Sie schon bei der Feuerwehr? Ist Ihnen ein Einsatz besonders in Erinnerung geblieben?
 
 Ich bin seit fast dreißig Jahren bei der Feuerwehr und habe an tausenden Einsätzen teilgenommen. Viele bleiben in der Erinnerung. Manche Erinnerungen sind positiv, wie an den Brand im Haus für Wohnungsnotfälle am Haidgraben im April 2009. Da gelang es mir, eine Person aus dem dichten Rauch zu retten. Sie überlebte. Manche Erinnerungen sind tragisch. Dass ich bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn an Pfingsten 2006 einem Fahrzeuginsassen mitteilen musste, dass gerade zwei Erwachsene und ein Kind gestorben sind, beschäftigt mich noch heute.
 
 Warum engagiert sich die Freiwillige Feuerwehr Ottobrunn so stark für die Gemeinde?
 
 Wir engagieren uns nicht für DIE Gemeinde, sondern für UNSERE Gemeinde, unsere Nachbarn, Freunde, Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wir wissen, wenn wir nicht helfen, hilft keiner! Das sind dieselben Beweggründe, die vor 100 Jahren zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn geführt haben.
 
 Worauf freuen Sie sich bei der 100-Jahr-Feier am meisten?
 
 Auf viele glückliche Frauen, Männer und Kinder, die an unserem Fest Spaß und Freude haben. Auf viele Besucher am großen Aktionstag – Samstag 31. Mai nachmittags – denn dort können wir und unsere Partnerorganisationen unsere Leistungsfähigkeit zum Schutz der Mitbürger demonstrieren. Ebenso lade ich meine Ottobrunner Mitbürger, die Nachbarn und Freunde ein, den großen Festzug zu begleiten, einen schönen Festgottesdienst zu feiern und eine unterhaltsame Festveranstaltung zu erleben. Das alles am Nachmittag von Christi Himmelfahrt oder Vatertag den 29. Mai.