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Interview mit Bernd Harder

„Moderne Mythen kritisch hinterfragen“

Der Publikumstag der SkepKon 2014 ist mit einer Reihe von Kurzvorträgen dem Verbraucherschutz gewidmet. Bernd Harder, Hauptorganisator des Publikumstages, spricht über die Highlights und wie Wissenschaftsthemen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Im Zusammenhang mit der SkepKon stößt man immer wieder auf den Begriff „Hoaxilla“ – was verbirgt sich dahinter?
 Der Begriff Hoax steht im Englischen für Zeitungsente oder blinder Alarm. Der zweite Teil des Wortes leitet sich von Godzilla ab. Hoaxilla ist ein Podcast aus Hamburg, der Themen wie „Gibt es den Yeti?“ oder „Wer war Jack the Ripper?“ und andere moderne Mythen in Form von Audio-Beiträgen kritisch aufbereitet.
 

Ist Hoaxilla ein Projekt der GWUP?
 Die beiden Betreiber Alexa und Alexander Waschkau, die sich auch Hoaxmistress und Hoaxmaster nennen, sind Mitglieder der GWUP. Aber Hoaxilla ist ein von der GWUP unabhängiges Projekt. Ich frage die Leute immer, warum sie Hoaxilla kennen, aber nicht unsere Fachzeitschrift „Skeptiker“. Die gibt es zwar noch nicht als Podcast, aber dafür mit umso mehr Inhalt!
 

Kommen die Hoaxillas auch zur SkepKon?
 Ja, sie sprechen gleich zu Beginn des Publikumstages über Münchner Großstadtmythen. Gemeinsam mit dem Psychologen und Autor Sebastian Bartoschek gehen sie danach auf das Thema „Spuk und Geister“ ein. Außerdem referiert Bartoschek über Verschwörungstheorien mit Fokus auf die Ingolstädter Illuminaten und die angebliche Ermordung Ludwig II.
 

Welche Großstadtmythen kursieren in München?
 Es gibt den verrückten Aids-Stecher, der mit einer verseuchten Spritze herumlaufen und auf Szenegänger einstechen soll. Die Münchner Polizei wird immer wieder von besorgten Bürgern angerufen, die wissen wollen, ob sie sich noch in die Disko trauen können. Tatsächlich hat es so einen Tätertypus in München noch nie gegeben, es handelt sich um eine klassische Wandersage. Weitere Mythen sind der dankbare Araber oder die Kinderfänger. Wir wollen die Skepkon-Besucher sensibilisieren, derartige Gerüchte kritisch zu hinterfragen, anstatt blind an sie zu glauben.
 

Was erwartet den Besucher außerdem am Publikumstag?
 Johannes Fischler stellt sein Buch „New Cage“ vor und warnt vor esoterischen Parallelwelten. Martin Apolin, der Autor von „Mach das! Die ultimative Physik des Abnehmens“ entlarvt Diät-Mythen. Zudem wird es Interviews zu den Themen „Kinesio-Tapes“ und WM-Orakel sowie ein „Bullshit-Bingo“ über Homöopathie geben, um nur einige Programmpunkte zu nennen.
 

Kann man als Laie den Vorträgen folgen oder benötigt man wissenschaftliches Vorwissen?
 Die Moderatoren und Referenten achten besonders beim Publikumstag auf eine ansprechende Präsentation mit vielen Beispielen und einer einfachen Sprache. Komplizierte Zusammenhänge erklären sie so, dass jeder sie versteht. Kein Beitrag dauert länger als eine Viertelstunde. Außerdem gibt es dazwischen immer wieder „Mysteriöses“ zum Mit-Raten und Selber-Lösen sowie lustige Sachen, zum Beispiel fiktive Anzeigen für Esoterikprodukte. Auf der Hauptkonferenz steigen wir dann tiefer in die Themen ein. Das Vortragsniveau dort lässt sich mit einer Univorlesung vergleichen.