Pressekonferenz am 22. Juli 2014

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Interview mit Maria Große Perdekamp

„Eine Entscheidung aus Leidenschaft“

Maria Große Perdekamp ist von der Qualität der bke-Onlineberatung überzeugt.
 
 
 Frau Große Perdekamp, Sie haben im April 2014 die Leitung der bke-Onlineberatung übernommen. Was ist Ihr Aufgabengebiet?
 
 Ich vertrete das Portal nach außen und koordiniere die Arbeit, um die fachliche Orientierung sicher zu stellen. Hierfür setze ich mich mit neuen Entwicklungen auseinander und rege die Diskussion zum Thema Onlineberatung unter den mitwirkenden Fachkräften an. Meine Aufgabe ist es, die Fäden in der Hand zu halten. Unsere Mitarbeiter kommen aus 78 Beratungsstellen. Da ist es wichtig, die Kontakte zu den Beratungsstellen zu halten.
 
 Warum haben Sie sich dazu entschlossen, die Leitung zu übernehmen?
 
 Das war eine Entscheidung aus Leidenschaft. Mich hat die Leitungsstelle gereizt, weil die Onlineberatung eine qualitative Ergänzung zu den bisherigen Hilfeangeboten ist. Ich entwickle gerne neue Konzepte. Die ersten Ergebnisse waren interessant: Was verändert sich, wenn ich jemanden nicht in die Augen schaue? Wie gehe ich hier mit den Themen Gewalt und sexueller Missbrauch um? Wir machen die Erfahrung, dass diese Themen in einem anonymen Rahmen gut aufgehoben sind. In Chats oder in der Mailberatung öffnen sich die Menschen leichter. Auch bei Hilfsangeboten braucht unsere vielfältige Gesellschaft Wahlmöglichkeiten.
 
 Zehn Jahre bke-Onlineberatung: Was möchten Sie persönlich mit dem Portal erreichen?
 
 Ich wünsche mir, dass es noch mehr Vernetzung zwischen On- und Offline-Beratung gibt, weil ich glaube, dass darin für die Menschen eine große Chance steckt. Wir sind mit den Erziehungsberatungsstellen direkt vernetzt und kennen weitere Hilfsstrukturen. Wenn Jugendliche Unterstützung vom Jugendamt brauchen, erklären wir ihnen, wo sie diese finden und ermutigen sie, auf diese Hilfen zuzugehen. Dieses Zusammenwirken möchte ich in den Blick nehmen und intensivieren.
 
 Was ist das Besondere an der bke-Onlineberatung?
 
 Wir sind mit knapp 70.000 Mitgliedern das größte virtuelle Beratungsportal für Erziehungsfragen in Deutschland. Nach zehn Jahren haben wir viel Erfahrung. Vor allem arbeiten bei uns Fachleute mit einer qualifizierten Ausbildung, die jede Beratungsform betreuen. Unser Träger, die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke), unterstützt uns in der Entwicklung.
 Unsere große Stärke ist, dass wir keine Pauschalantworten geben, sondern individuelle. Wir kennen uns mit Entwicklungspsychologie, Schul- und Hilfestrukturen aus und unterstützen die Ratsuchenden bei ihren Entscheidungen. In zehn Jahren hat sich gezeigt: Die Menschen nehmen dieses Angebot an, schätzen die Anonymität und die Erreichbarkeit rund um die Uhr.
 
 Steigt der Bedarf von virtueller Erziehungsberatung?
 
 Erziehung ist nicht mehr einfach. Eltern stehen mehr unter Druck, ihren Kindern eine gute Schulbildung zu geben.
 Trennungen gehören zur Normalität. Heutzutage wird rund ein Drittel aller Ehen geschieden und oft sind Kinder davon betroffen. Für eine alleinerziehende Mutter ist jeder Termin eine schwierige Organisationsaufgabe. Bei uns hat sie die Möglichkeit, ihre Sorgen in einer Mail zu schildern, unabhängig von den Öffnungszeiten der Beratungsstellen.
 Vielen hilft der Austausch mit Gleichgesinnten in den Foren. Die Onlineberatung fing als mutiges Projekt an und hat sich jetzt etabliert. Die steigenden Zahlen zeigen, dass wir Betroffene erreichen und unterstützen. Darüber freut sich unser virtuelles Beratungsteam.
 
 Ein Interview von Carolin Daucher