Pressekonferenz am 22. Juli 2014

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Thema: Scheidung, Trennung, Alleinerziehende

Was Jugendliche und Eltern in Familienkrisen bewegt

In der modernen Familie sind die Ansprüche an das persönliche Glück und den beruflichen Aufstieg der Kinder gestiegen, die finanzielle Sicherheit im Vergleich dazu aber gesunken. Mehr als jede dritte Ehe wird heute geschieden, unter anderem, weil von den Medien Wohlstand und Harmonie als Familienziele vermittelt, von Gesellschaft und Staat aber nicht unterstützt werden. Die Leidtragenden sind Kinder und Eltern gleichermaßen: „Der Prozess der Trennung braucht Zeit und manchmal Begleitung durch kompetente Hilfe“, rät das Bundesfamilienministerium auf seiner Homepage.
 
 Die Beratungsstellen in Deutschland, darunter die Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung(bke), helfen Trennungsfamilien auf unterschiedliche Art. Wichtig ist es, den bei den Kindern verbliebenen Elternteil zu stärken und dabei immer den Blick auf das Kind zu richten. Das Armutsrisiko für Alleinerziehende ist hoch. Frauen verdienen noch immer gut 20 Prozent weniger als Männer, so dass viele alleinstehende Mütter unter langen, familienfeindlichen Arbeitszeiten und Gewissenskonflikten leiden. Gespräche oder Chats, sei es mit Fachberatern oder mit Frauen in derselben Situation, sind für sie ein rettender Anker. Soll ich das Kind vom Klavierunterricht abmelden? Welches Wahlfach ist in der Schule richtig? Wie spreche ich mit der neuen Freundin meines Ex? Wegen ihres belastenden Alltags sind viele Alleinerziehende einsam und brauchen Außenstehende, die mit ihnen darüber reden.
 
 Das Verhältnis und der Kontakt des Kindes zum getrennt lebenden Elternteil muss geregelt werden, was für zerstrittene Familien oft nur mit neutraler Hilfe möglich ist. Schließlich braucht auch das oft bereits jugendliche Kind von Trennungseltern Rat und Beistand. Was tun, wenn die Eltern sich ständig die Köpfe einschlagen? Soll ich nach der Trennung zum Vater oder zur Mutter, wenn ich doch beide liebe? Der Nachwuchs fühlt sich meist völlig überfordert vom Kampf der Eltern, und oft auch dafür verantwortlich. Ein Ansprechpartner, der die emotionalen Wogen glättet und einen Plan hat, tut in dieser Lage gut.
 
 Gerade im Internet ist die Nachfrage nach helfenden Gesprächen groß. Maria Große Perdekamp, Leiterin der bke-Onlineberatung, weiß: „Manche Eltern und Jugendliche in Trennungsfamilien erleben gerade am Wochenende belastende Situationen, wenn die realen Beratungsstellen geschlossen sind. In unseren Foren finden sie jemanden, der ihnen zuhört, ihnen einen Rat gibt und sagt ‚Kopf hoch‘. Hier treffen sich Menschen in ähnlichen Situationen.“
 
 Die bke-Onlineberatung bietet aber auch Einzelgespräche per E-Mail an, in den meisten Fällen so anonym wie der Forumsaustausch. Große Perdekamp: „Bei so belastenden Themen wie Trennungskrisen bietet dieser anonyme Rahmen einen hohen Schutz.“
 
 Mehr Informationen zum Thema finden Sie unter www.bke-beratung.de