Logo der Münchner Mediengespräche

Digitale Pressemappe zum 59. Münchner Mediengespräch

Pressemitteilung Kurzporträts Interviews Hintergrund Pressefotos Pressespiegel
Logo des FES-Bayernforums
Link zur Website der Stiftung Journalistenakademie Dr. Hooffacker GmbH und Co. KG

Interview mit Natalia Karbasova

Datenjournalismus – was ist das eigentlich?

Beim Datenjournalismus geht es darum, dass Geschichten Daten-basiert erzählt werden. Daten werden benutzt, um Kontext herzustellen sowie personalisierte Geschichten zu produzieren. Dadurch haben Journalisten eine perfekte Möglichkeit, eine vertraute Informationsquelle zu werden.

Für welche journalistischen Aufgaben wird Datenjournalismus verwendet?

Datenjournalismus umfasst ein sehr breites Spektrum an Aufgaben. Daten werden gefunden, bereinigt, analysiert und ausgewertet, mit Daten wird dann eine journalistische Geschichte erzählt. Das kann in unterschiedlichen Formen stattfinden: Vom einfachen Text bis zu Infografiken und interaktiven Datenvisualisierungen sowie datengetriebenen Smartphone- und Web-Apps.

Können Sie uns konkrete Beispiele nennen?

Ich bin ein großer Fan der New York Times und des neuen NYT-Projekts The Upshot, wo politisch-wirtschaftliche Geschichten mit aufwendig produzierten Datenvisualisierungen erzählt werden.

Wie wird sich die Bedeutung des Datenjournalismus in den nächsten Jahren entwickeln?

Datenjournalismus ist nicht mehr wegzudenken. Auch wenn er sich in Deutschland langsamer als in den USA entwickelt, werden auch hier in nächsten Jahren vollkommen neue Arbeitsabläufe und Berufsbilder entstehen, von Producer bis hin zum News App Developer. Ich glaube, dass auch die Publikumsansprüche wachsen werden, eine halbe Seite zusammengeschriebener Text reicht nicht mehr aus.

Wird Datenjournalismus den Journalisten überflüssig machen, wie etwa beim Roboter-Journalismus?

Auf keinen Fall! Noch nie hatten Journalisten so viele Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen. Überflüssig wird lediglich die Fließbandarbeit gemacht, denn Algorithmen werden dort eingesetzt, wo sich stetig wiederholende Abläufe stattfinden, wie etwa bei der Wetter- oder Sportberichterstattung. Das würde guten Journalisten ermöglichen, den Fokus auf tatsächlich bedeutende Geschichten zu richten.