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Crossmedia: Geschichten über verschiedene Kanäle hinweg erzählen

Wenn Sie über den Journalismus der Zukunft nachdenken, fällt Ihnen der Begriff Crossmedia nahezu zwangsläufig ein. Alles soll crossmedial sein und natürlich müssen Journalisten in Zukunft crossmedial arbeiten. Doch dieser Begriff wird inflationär und mit großer begrifflicher Unschärfe verwendet.

Print, TV und Radio wachsen im digitalen Zeitalter im Internet zusammen. Das Kombinieren unterschiedlicher Kanäle hat die Medienlandschaft nachhaltig verändert. Crossmediales Arbeiten gehört für immer mehr Journalisten, vor allem für Online-Journalisten, zum Tagesgeschäft. Die Aufgaben für Journalismus und PR sind vielfältiger geworden. Medien, Agenturen und PR-Firmen suchen Redakteure, die aktuelle Themen über alle Abspielkanäle verbreiten können. Zum erweiterten Aufgabengebiet gehört neben der klassischen Medienarbeit, wie Nachrichten Schreiben, Recherche und journalistischen Darstellungsformen, das Beherrschen der modernen Kommunikationsmittel.
 
 Die Konvergenz journalistischer Produkte verlangt von Journalisten, dass sie nicht nur kompetent für ein Medium produzieren können, sondern für mehrere. Gefordert wird insbesondere die Fähigkeit, in unterschiedlichen Medien gleichzeitig denken zu können. Crossmedia steht als Begriff für Kommunikation über mehrere inhaltlich, gestalterisch und redaktionell verknüpfte Kanäle, die den Nutzer zielgerichtet über die verschiedenen Medien führt und auf einen Rückkanal verweist. Das journalistische Kompetenz-Portfolio sollte Web-Design, Social Media, digitale Geschäftsmodelle, Content Management und mobile Medien umfassen.
 
 Crossmediale Redaktionen integrieren die verschiedenen Medien – man sagt auch Plattformen oder Ausspielkanäle – in ihre Arbeitsabläufe, und denken weit vor dem Andruck der Zeitung auch an das Web oder die mobile Kommunikation. Sie produzieren nicht nur für die Print-Ausgabe eines Magazins, sondern auch für die Online-Ausgabe; nicht nur für die Radio- oder Fernsehsendung oder den jeweiligen Sender, sondern auch für den zugehörigen Online-Auftritt.
 
 Von Crossmedia sprechen wir, wenn es sich um Publikationen über mehrere Medienformen hinweg handelt, mindestens also zwei. Mit Medienformen sind nicht die Darstellungsformen gemeint, sondern die Ausspielkanäle, herkömmlich als Mediengattung bezeichnet. Crossmediales Arbeiten kann also – theoretisch – auch bedeuten, dass man zwei Texte für verschiedene Plattformen schreibt, beispielsweise für eine Zeitung und für das Internet. Tatsächlich ist das aber ein theoretisches Konstrukt, das man in der Praxis kaum antreffen wird. Die journalistischen Grundlagen sind ohnehin für alle Medien die gleichen. Auch im Netz gelten bei Themen wie Recherche, Genauigkeit und Objektivität die Regeln, die es auch in der analogen Welt gegeben hat. Online zu publizieren heißt eben nicht: Da geht´s dann nicht so genau. Die Darstellungsformen sind andere, die journalistischen Kriterien bleiben hingegen unverändert.
 

Weiterführende Literatur:
 Kracke, Bernd:
 Crossmedia-Strategien: Dialog über alle Medien (German Edition)
 
 Schulz-Bruhdoel, Norbert und Michael Bechtel:
 Medienarbeit 2.0: Cross-Media-Lösungen. Das Praxisbuch für PR und Journalismus von morgen Gebundene Ausgabe, 1. März 2011