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In Harmonie mit dem Ursprünglichen

Christof Linhuber setzt Menschen auf selbstgebaute Klangstühle. Ihr Körper wird zu einem Teil des Instruments. Als Musiktherapeut und Instrumentenbauer bringt er Emotion und Verstand in Einklang.

In Christof Linhubers Werkstatt wird gesägt, gehämmert und gehobelt. Die Kleidung, die er trägt, ist arbeitstauglich, einem handwerklichen Beruf angemessen und nicht ungewöhnlich für einen Instrumentenbauer. Doch Linhuber hat hauptberuflich Musiktherapie studiert, als Instrumentenbauer ist er Autodidakt. Diese zwei unterschiedlichen Stränge verfolgt er seit vielen Jahren, mit zunehmendem Erfolg. Aus der Kombination von Instrumentenbau und der musiktherapeutischen Arbeit entspringt seine Inspiration für die benötigten Instrumente. Diese baut und verfeinert er und entwickelt sie weiter.

Als Heilpraktiker bietet er seine Dienste in freier Praxis an. Zu ihm kommen Menschen, die einen Impuls zur Lebensveränderung in sich spüren. „Es kommen nur wenige Leute zu mir, die ihre Erkrankung heilen möchten, sondern Menschen, die gehört haben, ich fördere mit Klang die Entwicklung der Persönlichkeit“, erklärt der Musiktherapeut. „Die Emotionalität wird belebt und aktiviert. Die Lebendigkeit und Lebenskraft kommt zutage, die dazu führt, dass sich der Mensch selbst wieder auf die Beine stellt.“

Zurück zum Ursprung

Der Bezug zu einer universalen Ursprünglichkeit, den Linhuber deutlich betont, erfordert den Einsatz von ursprünglichen Instrumenten. Diese sind hauptsächlich Monochorde und Gongs, die er eigenhändig in verschiedenen Variationen baut. „Die Erinnerung des Ursprünglichen in mir gelingt am besten, wenn ich nichts verforme und verfremde. Ich versuche mit Naturinstrumenten und archaischen Tönen diese Ursprünglichkeit herauszuarbeiten und sie zum Klingen zu bringen“, sagt Linhuber. Der Schwerpunkt liege auf Klang, nicht auf Melodie. „Es geht darum, dass ich ins Herz der Klänge hineingehe. Ich bilde nicht aus einer Folge von unterschiedlichen Tönen eine Melodie, ich führe in den einen Klang hinein, der wiederum in sich eine riesige Welt eröffnet. Der Anspruch eine Melodie zu bilden entfällt, weil dieser Klangraum jenseits des Denkens in einen Gefühlszustand des Berührtseins führt.“

Klang wird erlebt

Linhuber führt in den Klang hinein, indem er den Klang in den Menschen führt. In seinen Kursen legen sich die Teilnehmer auf Klangliegen oder setzen sich auf Klangstühle, an deren Rückseite ein mehrsaitiges Monochord befestigt ist. Das ist herausnehmbar und kann alternativ auf den Körper des Beteiligten gelegt werden. Der Ton der Saiten schwingt direkt in den Körper hinein, der dadurch Teil des Musikinstruments wird. „Das versetzt die Organe, die Knochen und die Körperflüssigkeiten in Schwingung. Die Aufmerksamkeit des Beteiligten liegt automatisch auf dem eigenen Körper und dem eigenen Dasein“, beschreibt der Therapeut das Klangerlebnis. „Der Klang wirkt sich in den Menschen harmonisierend hinein. Danach kommt ein Moment der Stille, um im eigenen Nachklang zu bleiben, sich neu zu erkunden und zu erforschen. Man fühlt sich mit dem eigenen Ich verbunden und tief berührt. Das ist ein ausgesprochen wertvoller Zustand.“

Ein Monochord (griech. monos: einzeln, chorde: Saite) ist ein Musikinstrument, das aus einem länglichen Resonanzkasten besteht, über den eine Saite gespannt ist. Als Monochorde werden auch Instrumente mit mehreren Saiten bezeichnet, die auf den gleichen Ton gestimmt sind und dadurch einen sehr vollen Klang ergeben. Man benutzt sie zur Meditationsbegleitung und in der Alternativmedizin für klangtherapeutische Anwendungen. Ihr Klang wird als besonders angenehm und beruhigend empfunden.

Musikalische Streicheleinheiten

Wie man sein eigenes Monochord baut, kann man bei Linhubers Instrumentenbaukurs lernen. „Ein gekauftes Instrument benutzt man neutraler. Mit dem gebauten ist man mit Leib und Seele verbunden“, betont er. Der Musiktherapeut bringt es Teilnehmern bei, das eigene Monochord zu spielen. Hierbei sind keine musikalischen Vorkenntnisse erforderlich. „Wer eine Katze streicheln kann, kriegt einen schönen Ton aus dem Instrument heraus gestreichelt“, erklärt Linhuber lachend, „so dass das Instrument ins Schnurren kommt. Wenn das Instrument schnurrt, kommt auch der Spieler in einen Zustand, bei dem ihm zum Schnurren ist.“

Hörbeispiel Monochord

Klangananda:Christof Linhuber&Chris Amrhein

Falls Ihr Browserprogramm den Hörbeitrag nicht abspielt, können Sie das Audio hier als MP3 herunterladen.

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