Gisela Goblirsch: Kommunale Themen kommunizieren Verlag Dr. Gabriele Hooffacker

Kommunale Themen kommunizieren

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Interview mit Gisela Goblirsch

PR-Expertin, Autorin und Dozentin

Was zeichnet für Sie professionelle Medienarbeit einer Kommune aus?
 
 Professionell arbeiten heißt immer effektiv arbeiten. Professionelle Medienarbeit funktioniert, wenn die Pressestelle einer Kommune die Kommunikation mit der Öffentlichkeit als essentiell ansieht und wenn im Hause selbst die Öffentlichkeit nicht nur als die zu verwaltende Masse betrachtet wird, sondern auch als die Menge derer, die das Gemeinwesen ausmachen. Sobald eine Gemeinde- oder Stadtverwaltung sich nicht scheut, die erbrachte Leistung auch nach außen zu zeigen, ist das der Beginn einer guten Öffentlichkeitsarbeit.
 Sinnvollerweise bedient man sich bei der Außenkommunikation der Medien. Und wenn man Medien nutzt, muss einem auch klar sein, dass Medien wiederum ihren Vorteil aus der Verbindung ziehen wollen. Es gibt also nicht “den Feind” auf der anderen Seite, sondern den Partner. Wenn das klar ist, beginnt professionelle Arbeit – wohlgemerkt: auf beiden Seiten.
 
 Medienvertreter wollen schnell und zutreffend informiert werden.
 Wie können Presseverantwortliche Ihrer Meinung nach diese Anforderungen am besten erfüllen?

 
 Information ist das, was ankommt. Ankommen kann etwas nur, wenn es klar und unmissverständlich formuliert ist. Eine Nachricht kommt besser an, wenn Entsender und Empfänger die gleiche Sprache sprechen. Der gute Pressesprecher kann nachvollziehen, was der Gesprächspartner verstehen kann und er sollte komplexe Sachverhalte in die Sprache des Gesprächspartners übersetzen. Er kann gut zuhören, vor allem auch fragen, kann Gespräche führen und Aussagen auf den Punkt bringen. Er kann Grenzen setzen und für diese Grenzen Verständnis schaffen. Gegenseitiger Respekt ist die beste Basis um tatsächlich sicherzustellen, dass die Öffentlichkeit schnell und zutreffend informiert wird.
 
 Wie können sich Pressestellen der Kommunen auf den digitalen Wandel einstellen? Wie kommuniziert die Kommune von morgen?
 
 Mit neuen Kommunikationswegen umzugehen ist eine große Herausforderung. Wenn die Kommunen ihre Themen weiterhin gut darstellen wollen, müssen sie die digitalen Wege beschreiten. Hier stellt sich die herausragende Frage der Verantwortung für Datensicherheit. Das sind die Kommunen ihrer Bürgerschaft schuldig. Crossmediales Arbeiten und die Nutzung von Social Media müssen überdacht werden. Viele Möglichkeiten scheitern an unzulänglichen technischen Voraussetzungen, unsicheren Kommunikationswegen oder einfach an der mangelnden personellen Ausstattung der Pressestellen. Personal kostet Geld. Hinter jedem neuen Kommunikationsweg müssen Menschen stehen, die ihn bedienen. Besonders für kleinere Kommunen kann das schwierig sein.
 Wenn Bürger eines Ortes selbstverständlich voraussetzen, auf allen Kanälen Kontakt zu Ihrer Kommune aufnehmen zu können, dann müssen sie auch die Finanzen dafür bereitstellen. Hier laufen die Ansprüche und der Wille zur notwendigen Finanzierung deutlich auseinander. Das wird in Zukunft noch gravierender werden.