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Interview mit Alexander Wiedemann

Wir begegnen Kindern mit maximalem Respekt.

Wie sind Sie als Architekt auf die Idee gekommen, eine Schule zu gründen?
 
 Es sind drei Geschichten: Meine eigene Schulgeschichte, der Wunsch, meinen Kindern eine Alternative zu schaffen und meine Erfahrungen aus der Wirtschaft. Unternehmen sind hierarchisch strukturiert. Das System aus der Schule hat sich dort einfach fortgesetzt. Eine demokratische Organisation bietet allen Mitarbeitern allerdings die Möglichkeit, ihr Potenzial maximal auszuschöpfen. Eine Schule in der Philosophie von Sudbury ist einer von vielen Wegen, dies zu erreichen.
 
 Was ist das Problem des gängigen Schulsystems?
 
 Schule bewertet. Die Kinder liegen entweder über oder unter der Norm. Kinder verstehen, dass ihnen dieses Wertesystem Anerkennung verschafft. Nicht die eigene Neugier, sondern die Erfüllung des Wertesystems wird zum Antrieb des Lernens. Das setzt sich in ähnlicher Weise in Unternehmen fort.
 
 Was macht eine freie-demokratische Schule aus?
 
 Es gibt zwei Kernelemente: Selbstbestimmtes Lernen und Demokratie. Wir vertrauen darauf, dass Leben Lernen ist. Wir leiten die Kinder nicht an, wie man liest oder schreibt. Plötzlich können sie es und wissen selbst nicht, wie das passiert ist. Man nennt dieses Phänomen „invisible learning“ – Unsichtbares Lernen. In der Schulversammlung werden die Regeln des Zusammenlebens von Schülern und Mitarbeitern festgelegt. Es gibt keine Fremdbestimmung.
 
 Wie funktioniert das selbstbestimmte Lernen an Ihrer Schule?
 
 Wir geben den Kindern Zeit, ihre Neugier und ihre Interessen selbst zu entdecken und geben ihnen die Unterstützung, die sie brauchen. Wir bewerten nicht, indem wir prüfen oder testen. Wir wissen, dass die Kinder Ihr Ziel erreichen, wenn es ihr Ziel ist. Schülerinnen und Schüler bereiten sich etwa in Lerngruppen auf den Quali vor.
 
 Welche Hilfestellungen benötigen transformationswillige Schulen?
 
 Vertrauen gegenüber selbstbestimmtem Lernen und Demokratie. Jedes Kind will lernen und sollte selbst bestimmen können, was, wann und wie es lernt.
 
 Wie sind Sie auf die Coaching Initiative aufmerksam geworden?
 
 Die Initiative Schule im Aufbruch hat den Kontakt hergestellt. Wir sind seit Kurzem deren Partnerschule. Die Sudbury Schule Ammersee ist die erste basisdemokratische Schule in Bayern und wir kooperieren gerne mit anderen Initiativen, um unsere Idee und unseren Namen bekannt zu machen.
 

Kontakt:

Sabine Weber • Coaching Initiative gemeinnützige UG iG

Hohenbirken 56c • 83670 Bad Heilbrunn

Telefon: 08046 969 99 40 • E-Mail: s.weber@coachinginitiative.de