Münchner Mediengespräch Green City Energy

Vier Fragen an Karolin Schwarz

Was verstehen Sie unter einem Hoax?

Ein Hoax ist eine Falschmeldung, die meistens bewusst gestreut wurde. Sie verbreitet sich heutzutage rasant über die sozialen Medien. Ihre Widerlegung erreicht hingegen oft nur einen Bruchteil der User. Im Asylkontext bedienen diese Falschmeldungen häufig uralte Stereotype.

Woran erkennt der Social-Media-Nutzer einen Hoax?

Ein Universalmittel gegen Falschmeldungen gibt es nicht. Häufig handelt es sich jedoch um einen Text ohne begleitende Quelle: die Geschichte eines Bekannten, der etwas erlebt hat, oder Ähnliches. Hier sollte man kritisch nachfragen. Auch kann man mittels Suchmaschinen und Bildersuche der Meldung auf den Grund gehen. Oft hilft ein Anruf bei der zuständigen Polizeidienststelle, um die Meldung zu verifizieren. Auch Websites wie hoaxmap.org oder mimikama.at zeigen, ob der Hoax bereits von offizieller Seite widerlegt wurde.

Warum haben Sie die Hoaxmap entwickelt?

Mit der Hoaxmap soll ein Beitrag zur Versachlichung der Debatte über Geflüchtete geleistet werden. Sowohl auf politischer wie auch gesellschaftlicher Ebene bestimmen Emotionen häufig den Diskurs. Eine argumentative Auseinandersetzung wird dadurch oft erschwert oder unmöglich gemacht. Wir haben es uns zum Ziel gemacht, ein Argumentationswerkzeug für Diskussionen zur Asylthematik aufzubauen. Die Seite ist Nachschlagewerk, Gerüchte-Datenbank und kann als Basis für Auswertungen dienen.
 Außerdem wollen wir, dass die Hoaxmap die Medienkompetenz fördert, damit Menschen Nachrichten – vor allem wenn sie in sozialen Netzwerken gepostet werden – kritisch hinterfragen.
 

Glauben Sie, dass die Hoaxmap die öffentliche Meinung beeinflussen kann?

Die Hoaxmap allein wird das Klima der Asyldebatte nicht verändern, sicher aber einen Beitrag dazu leisten können. Unsere Website ist ein Werkzeug für Menschen, die sich aktiv in die Debatte einbringen.