Evangelisches
Beratungszentrum
München e.V.
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Interview mit Gerborg Drescher, Vorstand ebz

Was war Ihre persönliche Motivation beim ebz tätig zu werden?
 
 Das ebz ist eine herausragende Beratungseinrichtung und es ist mir eine Freude, hier tätig zu sein. Die Einmaligkeit unseres Beratungszentrums liegt darin, dass Menschen sich „von der Wiege bis zur Bahre“ an uns wenden können: Von der Beratung in Schwangerschaftsfragen bis zur Eheberatung nach 40 Ehejahren oder zur Trauerverarbeitung. Das ebz bietet Beratung auf allen Kommunikationskanälen an - persönlich vor Ort an vier Standorten in München oder am Telefon, im Chat und per Mail. Diese Vielfalt und das Engagement, sich immer von den Fragen der Menschen herausfordern zu lassen und die Beratungsarbeit weiter zu entwickeln: Das finde ich toll!
 
 Wie hat sich die Beratungsarbeit im Laufe der Jahre verändert, welche Probleme sind neu hinzugekommen?
 
 Deutlich wird, dass junge Menschen gerne die Beratungsangebote „außerhalb der Geschäftszeiten“ nutzen. Chatten oder eine Mail schreiben geht rund um die Uhr. Manche Menschen fühlen sich nachts einsam und sind verzweifelt; diese finden jederzeit ein offenes Ohr und einen Ansprechpartner in der Telefonseelsorge. Herausfordernd ist die Beratung von high-conflict Paaren, die oft vom Gericht zur Beratung geschickt werden. Hier waren neue Beratungskonzepte zu entwickeln, um sie unterstützen zu können.
 
 Wie wird Ihren Mitarbeitern geholfen, wenn diese an ihr psychisches Limit kommen?
 
 Die Mitarbeitenden im ebz haben immer die Möglichkeit, sich im Team Unterstützung zu holen. Regelmäßige interne Beratungsgespräche gehören dazu, also Intervision und Supervision, wie auch Fortbildungsangebote. Die Arbeit im multiprofessionellen Team bietet eine großartige Vielfalt der gegenseitigen Zusammenarbeit.
 
 Wie finanziert sich das ebz? Reichen die Mittel aus?
 
 Das ebz ist vor allem durch Zuschüsse finanziert. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, die Landeshauptstadt München und die Regierung sind die größten Zuschussgeber. Darüber hinaus muss das ebz Eigenmittel erbringen, durch Spenden oder Benefizveranstaltungen. Im Moment reichen die Mittel aus, jedoch zeigt sich, dass kleinste Kürzungen große Auswirkungen haben. Die Entwicklungen unserer beiden größten Zuschussgeber lassen mich nicht unbesorgt in die Zukunft schauen.