Teilhabe als
Menschenrecht

Hamado Dipama

Migrationsbeirat / Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern e.V.

Workshop: Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung

© Hamado Dipama

© Hamado Dipama

Hamado Dipama, geboren in Burkina Faso, kam 2002 als Flüchtling nach Deutschland.
 Er engagiert sich für Belange von Flüchtlingen und Menschen afrikanischer Herkunft in den Themengebieten Rassismus, Diskriminierung, Rechtsextremismus, antikoloniale Politik und Migrationsbewegung.
 
 2007 wurde er zum Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats ernannt und 2010 in den Migrationsbeirat der Stadt München gewählt. Seit 2011 ist er im Vorstand der AGABY (Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns) und bayerischer Delegierter im Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI). 2017 wurde er Mitglied im BR Rundfunkrat.
 

Worum geht es in Ihrem Workshop „Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung“?
 33,1% der bayerischen Bevölkerung, also jeder Dritte in Bayern, stimmen Aussagen mit ausländerfeindlichen Inhalten zu, so ein Ergebnis der Mitte-Studie der Universität Leipzig von 2014. Damit liegt die Ausländerfeindlichkeit in Bayern sogar noch höher als bei den 30,5% in den ostdeutschen Bundesländern. In meinem Vortrag wird es um eine Analyse der rassistischen und menschenfeindlichen Tendenzen aus der Perspektive von Betroffenen gehen. Des weiteren thematisiere ich den Einsatz des Netzwerks Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern und der AGABY für die Schaffung einer unabhängigen Landesantirassismus- und Antidiskriminierungsstelle in Bayern.
 
 Nennen Sie uns ein konkretes Beispiel aus Ihrem Alltag.
 Rassismus nicht beim Namen zu nennen und eher von Rechtsextremismus zu sprechen, verklärt und führt zu einer Externalisierung eines gesamtgesellschaftlichen Problems. Es suggeriert der Gesellschaft, dass diese Bedrohung von nur einigen wenigen ausgeht. Das Dilemma in den sehr wenigen kommunalen Antidiskriminierungsstellen ist, dass die Sichtbarmachung des Rassismus als Imageproblem für die Kommune angesehen wird und damit nicht im Interesse ihrer politischen Auftraggeber steht, was die Effektivität der Arbeit erschwert.
 
 Wenn Sie heute im Landtag ein Gesetz verabschieden könnten – wie würde das aussehen?
 Ein Landesantidiskriminierungsgesetz zur Schaffung einer unabhängigen Antirassismus- und Antidiskriminierungsstelle auf Landesebene und von Beratungsstellen für Betroffene auf kommunaler Ebene.
 
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 Pressefoto Referent
 
 Netzwerk Rassismus Diskriminierungsfreies Bayern e.V.