Teilhabe als
Menschenrecht

Torsten Groß

Inter-Kultur-Büro der Stadt Nürnberg

Workshop: Interkulturelle Kulturarbeit

© Peter Roggenthin

© Peter Roggenthin

Thorsten Groß wurde 1957 in Oberfranken geboren und führt Projekte für das Inter-Kultur-Büro Nürnberg durch. An der Universität Bamberg studierte er Diplom-Pädagogik. Danach arbeitete er vier Jahre für das Kulturzentrum im Fischerhof in Bamberg, das er mit gegründet hat. Er war bei der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Bayern e.V. tätig. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter unterstützte er 15 Jahre lang das Institut für soziale und kulturelle Arbeit Nürnberg.
 
 Seit 2014 ist er Teil des Inter-Kultur-Büros in Nürnberg. Daran reizt ihn die Möglichkeit, wieder an seine „Wurzeln“ anzuknüpfen: die Soziokultur. Aktuelle Schwerpunkte sind die Projekte Global Art und House of Resources.
 

Worum geht es in Ihrem Workshop Interkulturelle Kulturarbeit?
 Es geht vor allem um das Global Art Netzwerk – ein seit 2015 bestehender, loser Zusammenschluss interkulturell aktiver Kulturschaffender, der eine Plattform für „transkulturelle Experimente“ bietet. Das Netzwerk will insbesondere das kreative Potential, das sich durch Migration und kulturelle Globalisierung in Nürnberg entwickelt hat, stärken, weiterentwickeln und in der Öffentlichkeit sichtbar machen. Es sollen Freiräume geschaffen werden, in denen künstlerische Experimente gewagt und neue Kooperationen ausprobiert werden können.
 
 Nennen Sie uns ein konkretes Beispiel aus Ihrem Alltag.
 Die Veranstaltungsreihe Global Art Session. Wenn z.B. eine aus Venezuela stammende Sängerin Schumann-Lieder singt und dazu Jugendliche unterschiedlicher Herkunft Freestyle Hip-Hop tanzen oder Obertonsänger aus der Mongolei fränkische Volkslieder zusammen mit einem Urgestein der fränkischen Musikszene neu interpretieren und mit einer Chorographie aus mongolischem und Freestyle-Tanz begleitet werden – dann zeigt sich, wie (kulturelle) Integration auf Augenhöhe gelingen kann. Und wie Migration Kunst, Kultur und Gesellschaft bereichern kann.
 
 Wenn Sie heute im Landtag ein Gesetz verabschieden könnten – wie würde das aussehen?
 Im Kulturbereich sind Gesetze meiner Meinung nach nicht das passende Mittel, um Veränderungen anzustoßen. Ich wünsche mir vielmehr eine strategisch ausgerichtete (Landes-)Kulturpolitik, die sich als Gesellschaftspolitik versteht. Damit sollten gezielt Förderprogramme entwickelt werden, die sich mit gesellschaftlichen Zukunftsfragen auseinandersetzen.
 

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 Portrait Fotos
 
 www. kuf-kultur.nuernberg.de/