Teilhabe als
Menschenrecht

Mitra Sharifi-Neystanak

Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns (AGABY)

Workshop: Politische und gesellschaftliche Teilhabe

© AGABY, Foto: Chandra Moennsad

© AGABY, Foto: Chandra Moennsad

Mitra Sharifi-Neystanak, geboren 1962 in Teheran/Iran, ist Dozentin am Lehrstuhl für Iranistik der Universität Bamberg und nebenberuflich als Referentin im Bereich DaF und in der Sprachförderung im mehrsprachigen Kontext tätig.
 
 Sie engagiert sich ehrenamtlich als stellv. Vorsitzende des Bamberger Migranten- und Integrationsbeirates sowie seit 18 Jahren als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns (AGABY).
 
 Sie arbeitet in verschiedenen Gremien auf kommunaler wie auf Landesebene mit und ist Mitglied der Enquete-Kommission für Integration.
 

Worum geht es in Ihrem Workshop „Politische und gesellschaftliche Teilhabe“?
 Ich möchte die Bedeutung von politischer Partizipation aller in einer Demokratie aufzeigen und darauf eingehen, welche Möglichkeiten und Einschränkungen es für Migrantinnen und Migranten gibt, an den demokratischen Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Wichtige Forderungen sind eine erleichterte Einbürgerung und das kommunale Wahlrecht. Die kommunalen Migranten- und Integrationsbeiräte sind ebenfalls ein wichtiges Instrument, um aktiv zu werden und mitzugestalten.
 
 Nennen Sie uns ein konkretes Beispiel für (einen Mangel an) Teilhabe aus Ihrem Alltag.
 Die institutionellen beziehungsweise rechtlichen Rahmenbedingungen lassen nach wie vor zu wünschen übrig. Ich denke hier insbesondere an die beschränkte Entscheidungskompetenz der Beiräte sowie daran, dass die demokratische Vertretung der Migrantinnen und Migranten auf Landesebene noch immer nicht institutionalisiert ist. Auf der anderen Seite müssen wir daran arbeiten, den Migrantinnen und Migranten stärker das Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln und sie für eine aktive Partizipation an den demokratischen Strukturen zu gewinnen.
 
 Wenn Sie heute im Landtag ein Gesetz zur Teilhabe verabschieden könnten – wie würde das aussehen?
 Ich denke, man müsste an mehreren Punkten ansetzen. Mir wäre wichtig, die interkulturelle Öffnung der Verwaltungen auf allen Ebenen und in allen Bereichen voranzutreiben. Ich würde die Gründung von Migrantenvertretungen auf den verschiedenen Ebenen gesetzlich verankern. Darüber hinaus sollte Bayern sich auf Bundesebene für eine Ausweitung des kommunalen Wahlrechts sowie für die Hinnahme der Mehrstaatlichkeit bei Einbürgerungen stark machen, damit viel mehr Menschen sich einbürgern lassen und so auf allen Ebenen der Demokratie partizipieren können.
 

Portrait als PDF

Pressefoto Referent

AGABY