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Bobet Nlombi Nsiketo

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Fachlagerist Nsiketo
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„Jeder, der die Fähigkeit hat zu lernen und in Deutschland lebt,
 sollte einen Anspruch auf ein Studium
 beziehungsweise eine berufliche Weiterbildung haben.
 Deutschland profitiert davon.“(Bobet Nlombi Nsiketo)
 

Die ersten Monate verbrachte er in einem Motel in der Nähe von Frankfurt und in einer Asylunterkunft in Zirndorf, nahe Nürnberg, bevor er in Augsburg ein neues Zuhause fand. Beim Sozialamt bekam er die notwendige Unterstützung und konnte an zwei Intensiv-Deutschkursen teilnehmen: „Ich wusste, ohne die Sprache bist du in einem fremden Land gar nichts.“ Nsiketo lernte schnell und wissbegierig, angetrieben von dem Wunsch, sein Wirtschaftsstudium in Deutschland fortzusetzen. Weder Sozialamt noch das Arbeitsamt konnten ihm in dieser Hinsicht helfen. Seine im Ausland erworbene berufliche Qualifikation wurde hier nicht anerkannt. Zudem verwehrte sein Status als Asylant ihm jegliche Möglichkeit, sich in Deutschland weiterzubilden. „Ich bin als Mensch geboren, nicht als Asylbewerber. Auch ich kann etwas Nützliches für das Land, das zu meiner zweiten Heimat geworden ist, tun“, so Nsiketo. Während Nsiketo unermüdlich weiter für seinen Traum kämpfte, arbeitete er als Hilfsarbeiter bei verschiedenen Arbeitgebern: bei einer Buchbinderei, mehreren Konditoreien, einer Metzgerei und bei Zeitarbeitsfirmen.
 Erst 2003 erfuhr er über Freunde vom Verein Tür an Tür in Augsburg. Nsiketo schätzt das Engagement von Tür an Tür sehr: Er absolvierte Bewerbungstrainings und erhielt Hilfe bei der Online-Jobsuche. Vor allem bekam er moralische Unterstützung. „Bei Tür an Tür werde ich mit Respekt behandelt. Zudem habe ich dort neue Freunde gefunden“, so Nsiketo, „Tür an Tür kennt viele andere Institutionen, die uns unterstützen können, jedoch hat der Verein nur begrenzte Kapazitäten.“ Seitdem hat sich im Leben von Nsiketo einiges verändert. Im Mai 2003 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Im November 2006 begann er die neunmonatige Ausbildung zum Fachlagerist an der TÜV SÜD Akademie, die er im Juni mit der IHK-Prüfung erfolgreich beendete. Das von Tür an Tür geplante Integrationszentrum wird von Nsiketo sehr befürwortet: „Eine zentrale Anlaufstelle ist notwendig. Dadurch wird das vorhandene fachliche Potential von Migranten besser genutzt.“
 
 Text: Silvia Niederlöhner, Journalistenakademie Dr. Hooffacker & Partner,
 München, Pressearbeit online 17