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Interview mit Dr. med. Cyrus Sami

Facharzt für Allgemeinmedizin, Sportmedizin, Chirotherapie und Akupunktur; Lehrbeauftragter an der LMU München

Wie sind Sie als Schulmediziner zur alternativen Medizin gekommen?

Ich kam aus rein philosophischen Gründen dazu. Speziell an der Traditionellen Chinesischen Medizin finde ich den Gedanken des Gesunderhaltens, des gar nicht erst Krankwerdens faszinierend. Das lässt sich auch mit der Schulmedizin verbinden. Es ist schön zu sehen, wenn sanfte Methoden, welche den ganzen Organismus einbeziehen, nebenwirkungsfrei oder -arm sind und gleiche Erfolge erzielen.
 Es gibt viele Möglichkeiten der sanften Therapie: Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin und – auch eine Entwicklung der Homöopathie – die Komplexhomöopathie. Medizin kann so individueller betrieben werden. Das hat mich schließlich in den alternativen Bereich gebracht. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es auf viele Probleme in der Schulmedizin gar keine Antworten gibt.
 

Was bedeutet Ganzheitlichkeit für Sie?

Ganzheitlich heißt für mich in erster Linie Vorsorge. Dies hat für mich oberste Priorität. Erst dann kommt die Therapie. Erst sollte versucht werden, Krankheiten zu vermeiden - soweit es möglich ist. Ganzheitlich bedeutet auch, ein Individuum mit seinen ganzen Aspekten zu betrachten und nicht nur als System. Jeder Mensch ist ein wissenschaftliches Einzelsystem, zusammengesetzt aus vielen verschiedenen Einzelsystemen. Mittlerweile ist die Schulmedizin zum Beispiel auch auf dem Weg der Individualisierung. Die Forschung zeigt, dass sie sich in eine ganzheitliche Richtung bewegt.

Wie sind Sie zu dem Münchner Ärzte- und Therapeuten-Netzwerk gekommen?

Durch meine Frau als sie schwanger geworden ist. Ihre Gynäkologin ist eine alternative, ganzheitliche Ärztin gewesen, die aber auch den Kontakt zur Schulmedizin sehr stark gepflegt hat. Als Geburtshelfer wurde uns Dr. Villinger empfohlen, der auch alternativ arbeitet. Davon konnte ich mich persönlich überzeugen, da ich selbst bei der Entbindung dabei gewesen bin. Auch bei der Betreuung habe ich gesehen, dass er authentisch ganzheitliche Medizin praktiziert - ohne die Schulmedizin zu vergessen. Er hat dadurch Risiken vorgebeugt, die gerne übersehen werden, wenn nur Alternativmedizin angewandt wird.

Welche Vorteile bietet das Netzwerk den Patienten und was finden Sie gut an diesem Netzwerk?

In diesem Netzwerk sind viele Ärzte und Therapeuten mit einer ähnlichen Gesinnung vertreten. Wir tauschen uns gegenseitig aus, was sehr wichtig in einer Interessengemeinschaft ist. Ich sehe die Vorteile des Netzwerkes überwiegend in diesem Informationsaustausch. Ich lerne Partner aus verschiedenen Bereichen kennen, die ähnlich denken und eine ähnliche Philosophie haben. Es ist eine Bereicherung zu sehen, dass andere auch so denken und arbeiten. Durch das Netzwerk werden Visionen erweitert, zusammen sind wir stärker. Über das Netzwerk weiß ich, was die anderen Partner machen, wo ihre Schwerpunkte liegen.

Sehr gut an diesem Netzwerk ist darüber hinaus auch der soziale Gedanke. Hier wird schließlich auch Geld gespendet. Außerdem profitiert auch der Patient von unserer Zusammenarbeit: Er wird unter ganzheitlichen Aspekten von verschiedenen Fachrichtungen betreut.

Wie beurteilen Sie unser Gesundheitssystem?

Mit den Schlagwörtern billig, schnell und Masse! Masse kann nicht Klasse sein! Irgendwo ist hier eine Grenze. Jedes System muss rationalisiert werden, auch das private Kassensystem. Sie können einen Menschen nicht auf dem billigsten Niveau wirklich gut betreuen. Wenn weiter rationalisiert wird, sinkt die Qualität irgendwann zwangsweise. Auf diesem Niveau befinden wir uns eigentlich schon. Die Qualität ist sicher nicht mehr da, wo sie sein könnte. Auch in den Krankenhäusern wird rationalisiert – irgendwann ist auch hier keine Qualität mehr möglich.


 
 
 (Das Interview führten Isabelle Henkel und Brigitte Scharl)